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Namen auf siefen, den rechtsrheinischen’siefen an Sieg und Agger entsprechend, finden sich an der linken Rheinseite im ganzen 3: bei Schmidt, Kreis Montjoie: Geisief, bei Raaren, Kreis Eupen: Sief und bei Aachen: Lotltsief.
Siepen findet sich bei Eupen als Försterei Siepen, dann im Kreis Geilenkirchen als Siepenbusch, im Kreis Neuß bei Kaarst: Kleinstep, im Kreis Crefeld bei Wilich: Sieperhof und bei Kempen: SGiepen. Außer diesen 5 Namen ist mir linksrheinisch kein Siepen bekannt.
Während diese 32 linksrheinischen Namen sich als ein Annex der geschlossenen rechtsrheinischen Masse darstellen, finden sich im übrigen Deutschland nur ganz wenige völlig versprengte hierher gehörige Namen. So findet sich in Bayerisch-Schwaben ein Seifen und ein Sefenzwang, im Kreis Grünberg in Oberhessen eine Seifenmühle, im Kreis Wohlau in Schlesien Seifrodau, in Tyrol bei Bruneck ein Sief und im Kreis Salzwedel in der Altmark ein Siepe..
Dagegen finden sich Namen auf cseifen gruppenweise und zwar:
1. Am Erzgebirge bei Annaberg: im Seifen, bei Schneeberg ein Berggebäude Seifenhaus, bei Freiberg: Seiffen, Ober- und MNider-Seiffenbach, Seifnergrund. Auf der andern Seite bei Eger: Hengsterseifen, Seifen, Streitseifen.
Außerdem finden sich noch im Königreich Sachsen bei Zittau: Seifhennersdorf. wovon ein Teil Seifen heißt, ferner bei Dipoldiswalde Seifen und bei Plauen Pechseifen.
2. Am Riesengebirge in Schlesien: im Kreis Löwenberg: Flachenseifen, Görisseifen, Lauterseifen, Münhlseifen, Schmotlseifen, die Seifenhäuser und in früherer Zeit auch Spillarsifen, jetzt Spiller; bei Goldberg: Seifenau, im Kreis Hirschberg: Querseifen und Steinseifen, auf böhmischer Seite bei Rochlitz: Seifenbach, bei Trautenau: Thal- seifen und Hermannseifen, die 11 Quellbäche der Elbe zählt im Jahre 1683 Prätorius in seiner Dämonologia Rubenzalii 1, 41 folgendermaßen auf: 1. der Elb-Brunn, Weißbrunn und Mehdel-Brunn; 2. der grobe Seiffen, 3. der Goldseiffen, 4. der grüne Seiffen, 5. der kerumme Seiſfen, 6. der Jehr-Seifen, 7. der Wechsel-Seiffen, 8. der Hirsch-Brunnen; 9. der rote Fluss; 10. der Sperber-Seiffen, 11. der Quarite-Seiffen. Diese eilf Seiffen oder Flisslein kommen alle zusammen oberhalb der großen Clausen, nicht weit von der berühmten Silberzeche, St. Peter genannt. Weiter östlich im Kreise Habelschwerdt findet sich Stahlseifen.
3. In Osterreichisch-Schlesien bei Zuckmantel: Wolfseifen, Steinseifenmühle, bei Freudenthal: Alt- und Neu-Vogelseifen, Schreiberseifen und Lauterseifen, bei Frei- waldau: Kaltseifen, im Kreis Troppau: Dürrseifen und ein Bach Steinseifen, Nebenbach der Biele.
4. In Mähren im Kreis Olmütz: Brandseifen, Braunseifen, Goldseifen(jetzt Neu-Würben), Kaltenseifenmühle, Rabenseifen, Seifenmüuhle und Stubinseifen, ferner eine Seifenmähle bei Mährisch-Neustadt; endlich Ober- und Unter-Metæenseifen, Märkte schon in Ungarn, aber an der mährischen Grenze.
Von Wichtigkeit ist nun, dass in dem Gebiete, in dem die Ortsnamen auf-siepen, ssiefen,„seifen vorkommen, auch Flurnamen auf diese Endungen sehr häufig sind, ja, dass das Wort Siepen, Seifen und Siefen geradezu noch als Appellativum gebraucht wird.
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