Aufsatz 
Isaak Casaubonus : aus den Bekenntnissen dieses protestantischen Gelehrten des XVI. und XVII. Jahrhunderts / von Alexander Vial
Entstehung
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reformierte Pfarrer Arnauld Casaubon von Bourdeaux, einem Städtchen in dem Dauphiné, mit seiner Frau Anna Rousseau vor den Religionsverfolgungen zeitwei- lig geflüchtet war, den 18. Februar 1559 geboren, war er, nachdem er bis zum 19. Jahr von seinem wieder nach Chreste zurückgekehrten Vater unterrichtet worden war und von da an seine Studien in Genf namentlich unter seinem griechischen Lehrer Franziskus Portus aus Candia fortgesetzt hatte, zuerst 14 Jahr lang Lehrer in Genf, wo er die Gunst und Freundschaft aller Protestanten und Theologen, namentlich aber Th. Beza's genoss und der Schwiegersohn des berühmten Verlegers Heinrich Stephanus wurde, sodann Professor der griechischen Sprache und Humaniora in Montpellier, das er jedoch nach 2 Jahren wieder verliess, um in Lyon seine Ausgabe des Athenäus druk- ken zu lassen, und darauf im Jahre 1599 von König Heinrich IV. nach Paris berufen königlicher Bibliothekar, bis ihn nach dem unglücklichen Tode Heinrichs IV. die Ein- ladungen Jacobs I. nach London führten, wo er von den ansehnlichen Geschenken und den Pfründen, die ihm der König ertheilte, so bequem leben konnte, dass es ihn nicht gereute, wiederholte Rufe nach Nimes und Heidelberg ausgeschlagen zu haben, und wo er starb ¹) er ein Gelehrter ersten Ranges, der sich durch die Herausgabe und Erklärung zahlreicher griechischer und lateinischer Schriftsteller und qurch die hülfreiche Hand, die er Andern bei denselben Bemühungen leistete 2) die Bewunderung

¹) Vita Casauboni von ab Almeloveen vor den Epistolae Casauboni ed. Th. J. ab Almeloveen Amstel. 1709. Vergl. den Artikel in Ersch und Grubers Encyclopädie I, 15, Casaubonus von Friedrich Jacobs, und J. P. Nicerron's Nachrichten von berühmten(celehrten herausgegeben von Siegm. Jac. Baumgarten. Halle 1756. 14. Theil S. 107 132. ²) Seine Schriften sind folgende: 1) In Diogenem Laertium Notae Isaaci Hortiboni. Morgiis 1583. 2) Isaaci Hortiboni Lectiones Theocriticae. Genev. 1584. und Heidelb. 1604. 5. Lips. 1765. 4 3) Strabonis Geographia gr. und lat. Genev. 1587 fol. und Paris 1604, mit einem aus vier Handschriften und eignen Verbesserungen berichtigten Texte und trefflichen Anmerkungen, eine Arbeit des 28jährigen jungen Mannes, die ihm zuerst die Bewunderung der gelehrten Welt erwarb. 4) Quatuor Evangelia et acta Ein Genev. 1587. 16. 5) Dionysius Halicarn. Genev. 1588. 6) Polyaeni Stratagemata gr. et lat. cum notis Casauboni. Lugd. 1589. 16. Der grie- chische Text erscheint hier zum erstenmal aus einer ziemlich verderbten Handschrift mit Just. Vultejus' lat. Uebers.