DDa Protestanten haben keine Ursache, die ehemalige wissenschaftliche Bedeu- tung der Schulen und literarischen Bestrebungen der Jesuiten neidisch zu verkennen. Denn dieselben waren zugleich die grösste Anerkennung, welche der Katholicismus der protestantischen Bewegung wenn auch uneingestandener Massen zollte. Dies ist für den eine ausgemachte Sache, der die näheren Umstände kennt, wodurch die Vä- ter der Gesellschaft Jesu hauptsächlich zu einer Thätigkeit in jener Richtung bewogen wurden. In Frankreich unter der Regierung Heinrichs IV. um seine Existenz ringend war der Orden genötigt mit dem Protestantismus um das zu wetteifern, was als des- sen eigenste Frucht gereift war und ihm so ruhmvolle Anerkennung verschaffte, um die Palme der Kenntnis des classischen Altertums und der philologischen Gelehrsam- keit. Nachdem nemlich der Protestantismus in Deutschland mit dem Sieg der zeloti- schen lutherischen Orthodoxie über die melanchthonische Richtung und unter dem kleinlichen Gezänke der theologischen Secten an freiem Sinn und Geschmack fär jene von Melanchthon so unvergleichlich gepflegten Studien der classischen Philologie eine bedeutende Einbusse erlitten und bevor noch diese Studien in Leyden ihre Hauptpſftege- stätte gefunden hatten, da war es vorzugsweise der junge Protestantismus in Frank- reich, der die herrlichsten Bläten philologischer Gelehrsamkeit trieb. Wie sehr diese damals von den Hugenotten fast wie ein Gottesdienst gepflegt wurde, davon überzeugt man sich durch die vortreffliche Monographie von Jacob Bernays über J. J. Sca- liger; und das tritt noch deutlicher ans Licht an dem andern mit Scaliger innig verbundenen hugenottischen Philologen, an Isaak Casaubonus, um von dem etwas
jüngeren Claudius Salmasius zu schweigen. Zu Genf, wohin sein Vater, der 1


