Aufsatz 
Über Aräometer oder Senkwagen
Entstehung
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Art verloren geht? Ganz gewiß. Das ſpecifiſche Gewicht der Luft iſt ue, daher wiegt ein

Kubikfuß derſelben den 770. Theil vom Gewichte eines Kubikfußes Waſſer, alſo ze. mithin

300 Kubikfuß Luft 300 mal ſo viel, was ungefähr 21 Pfund gibt. Man hat nun aber beob⸗ achtet, daß man, wenn gar keine Wärme verloren geht, mit 1 Pfund Steinkohlen 100 Pfund Waſſer von 0 bis 800 C. erwärmen kann, oder 8000 Pfund Waſſer um 1 Grad. Die Menge Wärme nun, die nöthig iſt um 1 Pfund Waſſer um 1 Grad zu erwärmen, nennt man eine Wärmeeinheit; ein Pfund Steinkohlen erzeugt alſo bei vollſtändiger Verbrennung 8000 Wärme⸗ einheiten. Von dieſen 8000 wird aber in einem Ofen eine gewiſſe Menge darauf verwendet, die 21 Pfund Luft von 0 auf 300 Grad zu erwärmen. Soll aber die Temperatur eines Pfun⸗ des Luft einen Grad höher werden, ſo muß man demſelben ungefähr ½¼ der Wärme zuführen, die ein Pfund Waſſer um einen Grad erhöht, d. h. den vierten Theil einer Wärmeeinheit; 21 Pfund bedürfen alſo 51 ½¼ ſolcher Einheiten, damit ſie ſich um einen Grad erwärmen, und 300 mal 5 ¼ oder 1575 Wärmeeinheiten, damit ſie von 00 auf eine Temperatur von 3000 gelan⸗ gen. Da 1 Pfund Kohle nur 8000 Wärmeeinheiten erzeugt, und da hier beinahe 1600 durch den Abzug der heißen Gaſe nutzlos entweichen, ſo iſt dies ein Verluſt von 20 Procent. Eine etwas ſchärfere Rechnung ergibt 23%, und bei Holzfeuerung ſogar 27%.

Die Senkwagen.

Trotz der großen Einfachheit, womit man unter Zuhilfenahme des ſpec. Gewichts die ab⸗ ſoluten Gewichte der Körper von gegebener Größe berechnen kann, iſt doch die Benutzung der ſpecifiſchen Gewichte im gewöhnlichen Leben eine nicht gar häufige. Dagegen erleiden gewiſſe Inſtrumente, die ſich auf das ſpec. Gewicht der Flüſſigkeiten gründen, eine fortwährende An⸗ wendung in den Gewerben. Es ſind dies die ſogenannten Aräometer, Senkwagen oder Senkſpin⸗ deln. Dieſelben ſind meiſt aus Glas angefertigt(ſeltener aus Blech) und haben im Allgemeinen die Form eines Thermometers. Unten iſt nämlich eine kleine Kugel, die mit Queckſilber oder mit Schrot angefüllt iſt; darüber iſt die Röhre gewöhnlich etwas erweitert, um dem Inſtrumente ein größeres Volumen zu geben, oben endlich befindet ſich eine längere oder kürzere cylindriſche Röhre, die im Innern eine Gradtheilung trägt. Da man Aräometer bei jedem Mechanikus ſehen kann, ſo halten wir uns nicht weiter bei der Beſchreibung der Form dieſer Inſtru⸗ mente auf.

Je nach der Eintheilung der Skale unterſcheidet man drei Arten von Aräometern. Die einen dienen dazu, unmittelbar das ſpec. Gewicht einer Flüſſigkeit zu beſtimmen; wir können ſie, da ſich dieſelbe Spindel für alle Flüſſigkeiten gebrauchen läßt, allgemeine Aräometer nennen. Eine zweite Art von Senkwagen iſt nur für beſondere Flüſſigkeiten beſtimmt und dient dazu, den Gehalt derſelben an gewiſſen darin gelöſten Stoffen in Procenten auszudrücken, es ſind dies die Procentaräometer. Endlich gibt es noch Senkwagen mitt einer willkürlichen Eintheilung, deren Grade weder direct ein ſpec. Gewicht noch einen Procentgehalt der Flüſſigkeiten andeuten, und deren man ſich eben bedient, weil ſie herkömmlicher Weiſe im Gebrauche ſind, wie man ſich wohl auch eines Eies bedient, um die Güte des Honigs zu prüfen.(Auf unverdünntem Honig, deſſen ſpec. Gewicht zwiſchen 1,425 und 1,450 iſt, ſchwimmt nämlich ein Ei; ſobald aber durch Waſſer⸗ zuſatz das ſpec. Gewicht des Honigs weniger als 1,425 beträgt, ſo ſoll es unterſinken.)