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Ill. Februar: Schluß des I. Semesters.
15. Februar: Beginn des II. Semesters.
7. März: Todestag des ehemaligen Professors an der hiesigen Anstalt Theodor Mader, welcher in seiner Heimat zu Wilten bei Innsbruck nach langem, schweren Leiden verschied. Er wirkte an der hiesigen Anstalt vom Beginne des Schuljahres 1887/88 bis zu seinem am 10. März 1899 erfolgten Ubertritt in den bleibenden Ruhestand.(S. Programm 1899.) R. I. P.
8. Mai: Um 7 Uhr als am Vorabende des 100jährigen Todestages Friedrich
von Schillers: Schillerfeier des k. k. deutschen Staatsgymnasiums mit nachste-
hendem Programm:
I. Abteilung. 1.„Nänie“. Gemischter Chor mit Orchester von Johannes Brahms. 2. Gedächtnisrede. Gesprochen von dem Oktavaner Hermann Mikula.
„Morgen vor hundert Jahren,— am 9. Mai 1805,— ist Friedrich Schillergestor- ben in den Armen einer Familie, in der er zum erstenmal erfahren, was andere Glück nennen, umgeben von einem Dichterruhm, der die Welt erfüllte, beschäf- tigt mit neuen Arbeiten, in denen er, wenn ihm längeres Leben beschieden gewe- sen wäre, sich selbst übertroffen hätte.
Indem wir das Gedächtnis unseres Dichters an seinem Todestage erneuern, erfüllen wir einen Wunsch, den er selbst in den Anfängen seiner dornenvollen Laufbahn ahnend ausgesprochen hat in einem Briefe an seine mütterliche Freundin, Frau von Wolzogen:„Wenn ich mir denke, daß vielleicht in hundert oder mehr Jahren, wenn mein Staub längst verweht ist, man mein Andenken segnet und mir noch im Grabe Trânen und Bewunderung zollt, dann freue ich mich meines Dichter- berufes und versöhne mich mit Gott und meinem oft harten Verhängnis.“ An dies Wort hat die Nation gedacht, als sie im Jahre 1850 seinen Geburtstag wie eine nationale Jubelfeier beging, an dies Wort knüpfen auch wir heute an seinem Todes- tage an. Aber keine Totenfeier wollen wir veranstalten, um den Verlust des für seine Zeitgenossen und für die deutsche Dichtkunst so früh Dahingeschiedenen zu beklagen, eine Erinnerungsfeier wollen wir halten für den Dichter, der auf die Jugend einen so tiefen, mächtigen Einfluß ausübt, für einen Mann, zu dem sie aufschaut wie zu einem Gebilde höherer Welten.
Ja, ein Ideal war, ist und pleibt Schiller für die Jugend, auch jener Schiller, wie er im Leben stand.
.„Ein armes Dach nur war’s im Gau der Schwaben,
Zu dem der Genius segnend eingekehrt,
Der Sorge Wohnsitz, die den blonden Knaben
Früh lehrte, wie man duldet, kämpft, entbehrt.
Ach, vor der Zeit im starren Zwang begraben
Und von verhohl'nem Feuer angezehrt,
Mußt' er die Laufbahn nach des Ruhmes Zinnen,
Ein flüchtig Wild, auf steilstem Pfad beginnen!“— singt Geibel von ihm. Und in der Tat, beinahe sein ganzes Leben war ein Kampf mit den Verhältnissen, die ihre beengenden, ja erdrückenden Fesseln um ihn schlin- gen wollten, mit den Verhältnissen, die ihn in die Notwendigkeit versetzten, zwi- schen zwei gleich traurigen Extremen zu wählen: entweder sich und sein Talent aufzugeben und sich geduldig dem Willen eines tyrannischen Fürsten zu beugen oder die Bande zu zerreißen, die ihn an das Leben knüpften; ein Kampf, aus dem er als herrlicher Sieger hervorging. Wir jauchzen ihm zu, weil er, der soviel leiden und entbehren mußte, doch Sieger geworden ist. Begeistert blicken wir zu jenem Schiller auf, der zum höchsten, selbsterrungenen Adel geläutert, den Mittelpunkt des Zirkels der hochangeschenen Persönlichkeiten am Weimarer Hofe bildete.


