— 48—
dieser Grundformen wurde das Nachzeichnen getrockneter, charakteristischer Blatt- formen der heimischen Flora geübt. Zum Schluße des Jahres wurde auch das moderne Ornament vorgeführt. Die ersten Zeichnungen wurden nur mir Bleistift, die späteren mit verdünnten Farben angelegt. Bei Vorführung eines Ornamentes wurde dessen Verwendung besprochen. Aus der Farbenlehre lernten die Schüler die primären und die sekundären Farben kennen.
ll. Kurs: 20 Schüler. An entsprechenden Apparaten wurden die grundlegen- den perspektivischen Erscheinungen vorgeführt und an den einfachen geometrischen Körpern eingeübt. An den letzteren lernten die Schüler die Beleuchtungserscheinungen kennen. Die einfachen geometrischen Modelle wurden zu Gruppen kombiniert. Auch entsprechende Naturgegenstände wurden auf Grund des Gewonnenen nachgezeichnet. Im Anfange wurde mit röm. Sepia, später mit Bleistift auf weißem Papier schattiert; bei den Naturgegenständen trat auch die entsprechende Farbengebung hinzu. Neben dem perspektivischen fand auch das ornamentale Zeichnen nach Vorlagen ent- sprechende Pflege. Beim letzteren Zeichnen wurden die Schüler über die Stilart, Materialien und Verwendung der Ornamente entsprechend belehrt. Einfache Blüten und schwerere Blattformen der heimischen Pflanzenwelt wurden ebenfalls nachge- zeichnet. Auf das moderne Ornament wurde entsprechende Rücksicht genommen.
III. Kurs: 6 Schüler. In diesem Kurse wurden schwerere Kombinationen geometri- scher und architektonischer Grundformen, griechischer Vasen, sowie auch einiger Gipsmo- delle der verschiedensten Stilepochen durchgenommen. Das Zeichnen des menschlichen Kopfes fand seine entsprechende Berücksichtigung. Das Hauptgewicht wurde auf das Naturzeichnen gelegt und zwar wurden besonders verschiedene Vögel, die sich durch charakteristische Farben hervortun, sowie andere Tiere, Blumen etc. teils einzeln, teils in Gruppen gezeichnet. Die Stil- und Farbenlehre fanden entsprechende Pflege. Das Zeichnen in Skizzenheften wurde fortgesetzt.
Gesang. 4 St. 72 Schüler.
Untere Gruppe: I. Kurs.(Sopran und Alt): 2 St. 38 Schüler.
Obere Gruppe: II. Kurs.(Tenor und Baß): 2 St. 34 Schüler.
Das Wichtigste aus der Musikgeschichte. Die musikalischen Zeichen, Takte, Tonarten, Treffübungen. Für gemischten Chor wurden gelernt: Brahms„Nänie“,“ Rombergs„Glocke“(vollständig), lateinische Messen von Schöpf und Seyfried; die deutschen Messen von Michael Haydn und Franz Schubert. Für Männerchor wurden studiert: Die deutsche Messe von Schmidt; Schuberts„Punschlied“; Reiters„Schiller- Hymne“; diverse Meßeinlagen und Chöre. Kloß„Vierstimmige Kirchengesänge“, 12. Aufl.— Schober und Labler„Liederhain“.— Mende„Liederbuch“.—„Rütli“.
Stenographie. 4 St. 49 Schüler.
l. Kurs: 2 St. 33 Schüler. IV.—VII. Klasse.
Wortbildungs- und Wortkürzungslehre(nach Emil Kramsalls Lehrbuch der Stenographie für Mittelschulen) unter sorgfältigster Pflege einer kalligraphischen und richtigen Schreibweise. Schreib- und Leseübungen.
lI. Kurs: 2 St. 16 Schüler. VI.— VIII. Klasse. Die Satzkürzungslehre und ihre Anwendung als Stamm-, Form- und gemischte Kürzung(nach Emil Kramsalls Lehr- buch der Steuographie für Mittelschulen). Schnellschriftliche Diktate bis zu 90 Worten in der Minute und Übungen im Lesen von Lesestücken mit gekürzter Schrift.
Kalligraphie. 2 St. 61 Schüler.
I. Kurs: 1 St. 38 Schüler. II. Kurs: 1 St. 23 Schüler. Im ersten Kurse: Grundtormen der Kurrent- und Lateinschrift mit Einübung dieser Schriften. Taktschreiben. Im zweiten Kurse: Rund-


