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schlecht unterhalten, wenn man bloss den Sinnen mit ange- nehmen Reizungen schmeichelte Man würde aber die nämliche Sozietät nicht viel besser befriedigen, wenn man sie mit den profondesten Wahrheiten der Mathematik, Metaphysik oder Diplomatik bewirtete. Der bloss sensuelle Mensch und der plosse Fächergelehrte sind daher gleich unbrauchbare Subjekte der Konversation, weil beide gleich wenig Fähigkeit besitzen, ihr Privatgefühl zum allgemeinen zu erweitern, und das all- gemeine Interesse zu dem ihrigen zu machen.
Schlussbemerkung: Aus dem Vorstehenden er- gibt sich schon, was hier noch einmal ganz besonders betont werden muss, dass Schiller niemals das Schöne(Aesthetische) über das Moralische gesetzt hat. Was er zu Gunsten des Schö- nen sagt, beschränkt sich auf die nachdrückliche Behauptung, dass in allen den Fällen, in welchen eine Harmonie zwischen dem sinnlichen und vernünftigen Teil, zwischen Neigung und Pflicht möglich ist, es ein Mangel ist, sie nicht zu erreichen, sondern vielmehr in jedem Falle, wo veredelte Sinnlichkeit schon ausreichen kann, um das Richtige zu tun, das Gesetz immer noch fragen, sich von ihm befehlen lassen zu müssen. Schillers Forderung,«man muss edel begehren, damit man nicht nötig hat erhaben zu wolleny ist dahin zu verstehen, dass zwar die Kraft«erhaben zu wolleny stets über die bloss ästhetische Bildung zu setzen ist, dass aber die Verbindung dieser Kraft mit der ästhetischen Bildung über die bloss mora- lische Kraft in allen den Fällen gesetzt werden muss, wo die Harmonie zwischen Begierde und Pflicht erreichbar ist. Sie wirklich zu erreichen, ist doch höher, als einen der beiden Teile zu unterjochen.
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