Aufsatz 
Zu Sophokles Antigone / von G. Thudichum
Entstehung
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ſelbſt was der Chor am Ende des erſten Oedipus ſagt, iſt nicht vollſtändig, denn es iſt weder das Gottgewirkte in ſeinem Geſchick noch ſein Verhalten dagegen ausgeſprochen. Die göttliche Vorbeſtimmung wird am Ende der Trachinierinnen von Hyllos hervorgehoben, der Chor aber berührt nur das Grauſige der Ereigniſſe. Der zweite Oedipus ſchließt mit einer bloſen Zuſicherung des Theſeus an Oedipus Töchter, Aias mit dem Unerwarteten, was uns im Leben begegnet, Philoktetes mit einer Aufforderung zur Reiſe, und Elektra endlich, nachdem Oreſtes für die Vergeltung geſprochen, welche allerdings die Seele dieſes Stückes iſt, mit dem Aufblick des Chors nach der Herſtellung des ſo lange Zeit zerrütteten atreiſchen Hauſes.

II. Rritik und Erklärung des Textes.

Von unbegründeter Ausſtoßung vermeintlich unächter Stellen finden ſich Anwandlungen, frühere Herausgeber nicht zu nennen, ſchon bei Wunder, und auch Schneidewin hält ſich nicht ganz frei davon. Sehr viel weiter aber geht Jacob, wobei er für die Verwerfung meiſtens auf logiſche und äſthetiſche Gründe zurückgeht. Dieſelben adoptirt Schöll größtentheils und wendet ſie noch auf eine wei⸗ tere Menge von Verſen an, welche ſein Vorgänger gelten läßt. Den Urſprung dieſer Einſchiebſel erklärt er ausführlich durch eine freilich nur auf Annahmen gebaute Geſchichte, wornach ſchon die Söhne des Sophokles die Zuſätze gemacht haben, die unverfälſchten Abſchriften ſchon zu deren Zeit untergegangen find, und die authentiſchen Exemplare, welche in Athen von Staats wegen und für den Staat etwa 60 Jahre nach Sophokles Tode gefertigt wurden, ſchon alle jene Zuthaten enthielten, deren Ueberflüſſigkeit, oder Mattheit, oder Verkehrtheit, oder Fadheit, oder Grobheit, und wie ſie alle bezeichnet werden, auch Ariſto⸗ teles nicht ahnte, ſodaß ihre Würdigung erſt unſerer Zeit vorbehalten war. Auf dieſe Anfechtungen be⸗ ziehe ich mich faſt nur da, wo Jacob vorangeht.

V. 2. 3. do' olονν ι,ri Zedc rd» tou uαανι

6 ⁷⁷ά pDEν*μσνά ετ εαα⁵ασαιν ε*;

Schneidewin iſt in der dritten Ausgabe zu Böckh übergegangen, dem auch Ellendt beffällt, und womit Wunder und Jacob übereinſtimmen, ohne Böckh's zu erwähnen, daß öri zu leſen und 50ον 0 frageweiſe zu verſtehen ſei: Weißt du, daß Zeus, welches nicht, d. h. jedes, verwirklicht? In dieſem Fall iſt auf er Sc das Gewicht zu legen; Schneidewin aber irrt, wenn er die Ue⸗ berſetzungbei unſerem Leben für falſch erklärt. Vielmehr läßt ſich nur ſo dieſe Frage mit einemWeißt du daß rechtfertigen, da dieſelbe ein plötzliches Gewahrwerden, oder eine Mahnung bezeichnet, oder eine vorgängige Erwägung vorausſetzt. Weißt du, daß ſich heute zeigt, wie alles dieß noch bei unſerem Leben in Erfüllung geht? Allein die Inverſion mit dem indirecten Fragewort iſt nicht bequemer, als die Anapher, oder vielmehr die bloße Verbindung von zwei unbeſtimmten Relativen, welche Böckh für eine grammatiſche Unmöglichkeit hält, Schneidewin früher zuläſſig fand, letztlich aber ſteif und allzu abſtract findet. Sie ſtehen durch den zugehörigen Genitiv ſo weit von einander getrennt, daß die Wiederholung, auch von der Lebhaftigkeit der Rede abgeſehen, nicht auffallend, im Gegentheil angemeſſen erſcheint, und immer finde ich den Gedanken: weißt du, daß uns Zeus jedes Uebel in Erfüllung bringt? der Lage weniger entſprechend, als dieſen: weißt du ein Uebel, das uns Zeus nicht in Erfüllung bringt?

V. 4. 5. 6. 00-»do our' ddνεέσνον ou drnc drsg,

odr ανν ³τιμον ⁵εσόο, dον‿ον ou 160 G⁴.⁵σe τεᷣ*αemςέενέν νε⁶νmηπν Ʒενο mμαά.