Baubeschreibung.
Herr Stadtbauinspektor A. Koch in Frankfurt a. M., der Erbauer der Sachsen- häuser Realschule, hat die Güte gehabt, uns die nachfolgende Baubeschreibung zur Ver- fügung zu stellen:
Es war Seit geraumer Zeit ein sehnlicher Wunsch der Bevölkerung Sachsenhausens, auf dem dortigen Gelände den Bau einer Realschule errichtet zu sehen. Nachdem die städtischen Behörden nach vielen die Platzfrage u. A. behandelnden Erörterungen be- stimmten, dass das an der Holbein- und Schneckenhofstrasse gelegene Gelände für den genannten Schulbau benützt werden sollte, konnte derselbe im Frühjahr 1890 auf Grund des von den städtischen Schulbehörden aufgestellten Bauprogramms nach den Entwürfen und unter der Oberleitung des Stadbauinspektors A. Koch in Angriff genommen und im April 1901 gebrauchsfertig übergeben werden. Es wurde bei der Planverfassung zunächst darauf Bedacht genommen, die umfangreiche Baugruppe der verschiedenen zur Schule ge- hörenden Gebäude in architektonischer Beziehung den hier schon bestehenden vornehmen Strassenzügen anzupassen. Im Hinblick auf den Umstand, dass das nach der Gartenstrasse gelegene Gelände der privaten Bebauung vorbehalten blieb, wodurch der hier gelegene Teil der Schulanlage verdeckt wird, erschien es angemessen, den der Holbein- und Schneckenhofstrasse zugekehrten Fassaden eine diesen Strassen angemessene architektonische Ausbildung zu Theil werden zu lassen, auch musste bei der gesammten Anordnung auf einen späteren Ausbau der Schule zur Oberrealschule vorsorglich Bedacht genommen werden. Der Forderung des Bauprogrammes entsprechend, erfolgte die Gestaltung des Grundrisses derart, dass die Lehrklassen in nordwestlicher Richtung gegen den Schulhof, die Verwaltungs- räume, Gänge und Kleiderablagen jedoch strassenseitig angeordnet wurden. So dass der Schulhof nach Aussen durch Schulgebäude und Dienstwohngebäude begrenzt ist. Ausser dem Haupteingang mit anschliessender Vorhalle sind noch vier weitere Eingänge sowie zwei geräumige Treppen mit 3 bezw. 2 Läufen nach den oberen Geschossen vorgesehen.
Im Erdgeschoss und in der Nähe des Haupteinganges befindet sich das Zimmer für den Schuldiener, sowie ein Zimmer für den die Mitteldruckwasserheizung bedienenden Heizer. ferner ein Lehrsaal für Naturbeschreibung, ein Zimmer für naturwissenschaftliche Samm- lungen, Lehrerzimmer und Schülerbibliothek, drei Lehrklassen und ein Lehrsaal für Physik nebst angrenzendem Abstellraum. Da es wünschenswert ist, dass die Schüler bei un- günstiger Witterung genügenden Raum zur freien Bewegung im Gebäude haben, wurde auf die Anlage geräumiger, lichter Vorplätze und Gänge besonders geachtet.
Die Kleiderablagen sind längs den Gängen an der Fensterwand angeordnet. Die durch die bedeutenden Abmessungen bedingten flachen Gewölbe des Haupteinganges und


