Die Montabaurer Amtsbeſchreibung
des kurtrieriſchen Hofrats Damian Linz a. d. J. 1786 in kurzem Auszuge.
(Fortſetzung.)
Wie bereits S. 4 der vorjährigen Programm⸗Abhandlung erwähnt worden iſt, hat Linz ſeiner Amtsbeſchreibung folgende Einteilung zu Grunde gelegt:
I. Geographiſche Beſchreibung S. 1—26
II. Das Hiſtoriſche S. 27— 62 ½ III. Das Geiſtliche S. 63— 157%¼ d IV. Das Politiſche S. 155— 566 V. Lehenſachen S. 567— 579 VI. Das Ritterſchaftliche S. 580— 656 VII. Stadtſachen S. 657— 670 VIII. Dorfſachen S. 671— 716 Inhaltsüberſicht S. 717— 746.
Ein knapper Auszug aus den Abſchnitten I— III iſt in dem erwähnten Programm S. 4— 16 gegeben worden. Die Fortſetzung ſoll dieſelbe Kürze aufweiſen.
IV. Das Politiſche.
Linz hat in dieſem Kapitel allerlei berührt: die Landeshoheit, Grenzſtreitigkeiten, Reiß⸗ folge*) und Muſterung, das Steuerweſen, die Aufnahme der Bürger, die Zünfte, den Juden⸗ ſchutz, landesherrliche Verordnungen, Privilegien und Freiheiten, die Gerichtsbarkeit, das Strafrecht, Forſtſachen, Jagdſachen, Frondienſte, Geleit, Zollſachen, Wege, Poſtweſen, Mühlen, Nachſteuer, das jus retractus territorialis“**), Maß und Gewichte, Märkte, Mineralien, Konfiskationen, Acciſe, Bannwein***), Schildgerechtigkeit****), Brauerei, Brennerei, Geſtüte, Leibeigen⸗ ſchaft u. a. m.
Die Landeshoheit.
Die Landeshoheit in Stadt und Land ſtand nach Linz dem Erzſtifte Trier zu. Doch in der Gemeinde Wallmeneich waren neben 13 kurtrieriſchen auch 13 naſſauiſche Untertanen, und in Girkenroth wohnte ein Mitnachbar auf der Gräfl. Weſterburgiſchen Seite.
Strittiges Grenzgebiet.
Auf 14 Seiten beſpricht L. die ſog.„Grenzmißelen“ und ſucht das kurtrieriſche Anrecht auf ſtrittiges Gebiet zu beweiſen. Er erwähnt an erſter Stelle einen aus dem 17. Jahrhundert
*) Kriegsfolge: Reislaufen= in einen Kriegszug laufen. Reisläufer= Söldner. **½) Ein Recht, das den Heimfall an den Landesherrn herbeiführt. **n) Bannwein d. h. Kurfürſtl. Wein, der zu gewiſſen Zeiten allein verzapft wurde. rsrn) Schildgerechtigkeit, das Recht, ein Schild zum Zeichen eines Gewerbes oder eines Gaſthauſes auszuhängen.


