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Es beſtanden 4 Turnabteilungen, die in 12 Turnſtunden unterrichtet wurden: in der Prima erteilte Oberlehrer Seifart, in der Sekunda Oberlehrer Ebert, in der Tertia Probe⸗ kandidat Kruepper, in den unteren Klaſſen Zeichenlehrer Kirſtein den Unterricht.
Im Sommer wurde im Freien auf dem Schulhofe geturnt, bei ſchlechtem Wetter und im Winter in der Turnhalle des Königlichen Lehrerſeminars. Den Schülern ſtand die Schwimm⸗ anſtalt des Gymnaſiums zur Verfügung.
Bewegungsſpiele wurden im Sommer auf dem Turnplatze oder auf dem außerhalb der Stadt liegenden Jugendſpielplatze vorgenommen. Auch wurden libungsmärſche ins Gelände unternommen. Außerdem beſteht zur Pflege von Bewegungsſpielen eine Vereinigung von Schülern, die namentlich die Ballſpiele betreiben. Die Schüler, die im biſchöflichen Konvikte wohnen, ſpielen und turnen auf eigenem Spiel⸗ und Turnplatze.
b) Geſang. Es beſtand ein gemiſchter Chor, an dem die ſtimmbegabten Schüler von VI— teilnahmen, und ein Männerchor, gebildet aus den Schülern der oberen Klaſſen. Es wurden vierſtimmige Lieder und kleinere Chöre geſungen. 3 St.
Serta und Quinta waren im Geſange kombiniert. lübungen im Treffen von Tönen und Notenleſen. Erklärung der Muſikzeichen. Singen von Volks⸗ und Vaterlandsliedern. 2 St. Kirſtein.
c) Zeichnen. Obertertia: Gebrauchs⸗, Natur⸗ und Kunſtformen von vorwiegend runder Geſtalt nebſt Wiedergabe ihrer Beleuchtungserſcheinungen mittelſt Bleiſtift, Kohle, Paſtellkreide und Waſſerfarben. Übungen im Treffen von Farben, Pinſelzeichnen, Zeichnen aus dem Ge⸗ dächtnis, Skizzieren und Darſtellen an der Tafel. 2 St. Untertertia: Entwickelung der wichtigſten perſpektiviſchen Geſetze auf Grund von Beobachtungen im Leben. Darſtellen einfacher Gebrauchs⸗, Natur⸗ und Kunſtgegenſtände von eckiger Geſtalt mit Wiedergabe von Licht und Schatten. 2 St. — Quarta: Ebene Gebrauchs⸗, Natur⸗ und Kunſtgegenſtände unter Anwendung von Bleiſtift, Kohle, Paſtellkreide und Waſſerfarben. Übungen im Treffen von Farben, Pinſelzeichnen, Skiz⸗ zieren, Zeichnen aus dem Gedächtnis und Darſtellen an der Wandtafel. 2 St.— Quinta: Ge⸗ brauchs⸗ und Naturgegenſtände von flächenartiger Beſchaffenheit aus dem Geſichtskreiſe der Schüler mittelſt Kohle, Paſtellkreiden, Bleiſtift und Waſſerfarben. UÜbungen im Pinſetzeichuen, Skizzieren, Zeichnen aus dem Gedächtnis, im Zeichnen an der Tafel. 2 St.— Wahlfreies Zeichnen: Schwieriger darzuſtellende Natur⸗ und Kunſtgegenſtände in Gruppen ſſog. Stillleben) in naturgetreuer Wiedergabe mittelſt Waſſerfarben und Paſtellkreiden. Perſpektiviſche Ubungen im Freien. Skizzieren von Stillleben, landſchaftlichen Motiven. lbungen im Pinſelzeichnen. — Maßſtabzeichnen. Rechtwinklige Projektionen geometriſcher Körperformen, Körperſchnitte, Mantelabwickelungen und Einzeichnung der Schnittfiguren. 2 St. Kirſtein.
d) Schreiben. Quinta und Sexta kombiniert. Deutſche und lateiniſche Schrift, Buch⸗ ſtaben, Wörter, Sätze und zuſammenhängende Stücke. Mit den Schülern der III. und IV., welche eine ſchlechte Handſchrift haben, wurde in einer beſonderen Schreibſtunde deutſche und lateiniſche Schrift geübt, meiſtens in zuſammenhängender Form. Die Schület der IV. lernten im Monat März das griechiſche Alphabet. 2(3) St. Kirſtein.


