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9. Mathematik. Grundlehren der Kombinatorik. Wahrſcheinlichkeitsrechnung. Binomiſcher Lehrſatz für ganze poſitive Exponenten. Abſchluß der Stereometrie ſowie Anwendung derſelben auf die mathematiſche Erd⸗ und Himmelskunde. Der Koordinatenbegriff. Einige Grundlehren von den Kegelſchnitten. Wiederholungen und Aufgaben aus allen Gebieten. 4 St. Prof. Becker.
Prüfungsaufgaben Herbſt 1905. 1) t=: Wx— y= 2. 2) Es ſoll ein Dreieck gezeichnet werden, von dem gegeben iſt: eine Seite, die Summe der Quadrate der beiden anderen Seiten und der Radius des umgeſchriebenen Kreiſes. Beiſpiel: a, b2 †c2= 82. 3) Ein Dreieck zu berechnen aus einer Mittellinie und den beiden Winkeln, die dieſelbe mit den an⸗ ſtoßenden Seiten bildet. Beiſpiel: ta= 132 m;(ta, c)= 52038,30“; X(ta, b)= 240 12 10“. 4) Wann und wo geht am längſten Tage auf dem 50ten Breitegrade die Sonne auf?— Oſtern 1906. 1) Jemand glaubt, ſeine Arbeitskraft reiche noch auf 30 Jahre aus. Er will während dieſer Zeit am Ende jeden Jahres 408 Mark bei einer Rentenbank einzahlen. Wie lange kann er dann am Ende jeden Jahres eine Rente von 2400 Mark erhalten, die Zinſen zu 3,2% gerechnet? 2) Wie heißen die Gleichungen der geometriſchen rter für die Spitze des Dreiecks, deſſen Grundlinie gleich 24 cm, deſſen Höhe h gleich 4 cm, und in dem die Summe der beiden anderen Seiten gleich 26 cm iſt? 3) Wie groß ſind die Seiten und die Winkel des in der vorhergehenden Aufgabe genannten Dreiecks? ⁴) Der Acaſſenſchnitt eines gleichſeitigen Cylinders verhält ſich zu dem eines gleichſeitigen Kegels wie 2: V3. Welches iſt das Verhältnis ihrer Oberflächen und welches das ihrer Inhalte?
10. Phyſik. Akuſtik und Optik. 2 St. Prof. Becker.
Unterprima. Ordinarius: Profeſſor Dr. Marr.
1. Religion. a) Katholiſche: Glaubenslehre: Von der Heiligung und der Vollendung. Die allgemeine und die beſondere Sittenlehre. Hymnen und Pſalmen. 2 St. Reuß. b) Evangeliſche: Komb. mit Oberſekunda. 2 St. Seifart.
2. Deutſch. UÜberblick über den Entwickelungsgang der deutſchen Literatur; Klopſtocks und Leſſings Leben und Bedeutung. Geleſen wurden ausgewählte Oden Klopſtocks und ge⸗ eignete Abſchnitte aus dem Meſſias, Leſſings Emilia Galotti und Nathan der Weiſe ſowie aus⸗ gewählte Stücke aus dem Laokoon und der Hamburgiſchen Dramaturgie; Goethes Egmont, Shakeſpeares Hamlet, Grillparzers Sappho. Einzelne Gedichte wurden auswendig gelernt.— Übungen im Disponieren und im freien Vortrag.— Aufſatzthemata: 1) Welchen Einfluß hatte die Lage und Beſchaffenheit Griechenlands auf die Entwickelung ſeiner Bewohner? 2) Gelücke ist rehte als ein bal, swer stiget, der sol vürhten val.(Klaſſenaufſatz.) 3) Welche Ver⸗ dienſte hat Klopſtock um die deutſche Sprache und Dichtung? ⁴) Inwiefern nennt Alkuin mit Recht Karl den Großen den Philoſophen auf dem Thron? 5) Charakteriſtik des Herzogs von un in Goethes Egmont. 6) Der Aufbau des Leſſingſchen Trauerſpiels Emilia Galotti.
7) Deutſchland das Herz Europas.(Klaſſenaufſatz). 8) Mit welchen Gründen wird in Leſſings Drama „Alunm der Weiſe“ der Grundſatz der religiöſen Toleranz empfohlen? 3 St. Dr. Walters. 3. Latein. Lektüre: I. II. III. Buch der Oden des Horaz mit Auswahl; einzelne Ge⸗
dichte wurden auswendig gelernt. 2 St. Der Direktor. Tacitus Germania und Annalen


