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L T erri 4. Boin Turnuntetricht Von einzelnen Übungsarten:
überhaupt: Auf Grund ärztlichen Zeugniſſes:.. im Sommer 14; im Winter 22; im Sommer 4; im Winter 3; aus anderen Gründen:....„„„„—;„„—; e„9—
zuſammen im Sommer 14; im Winter 22; im Sommer 4; im Winter 3;
Alſo von der Geſamtzahl der Schüler Sommer 6°,0; Winter 9%ẽ Sommer 1,5%; Winter 1%.
Es beſtanden 4 Turnabteilungen, die in 12 Turnſtunden unterrichtet wurden: in der Prima und in der Sekunda erteilte Oberlehrer Th. Becker, in der Tertia Probekandidat Ebert, in den unteren Klaſſen Zeichenlehrer Kirſtein den Unterricht.
Im Sommer wurde im Freien auf dem Schulhofe geturnt, bei ſchlechtem Wetter und im Winter in der Turnhalle des Königlichen Lehrerſeminars. Den Schülern ſtand die Schwimm⸗ anſtalt des Gymnaſiums zur Verfügung.
Bewegungsſpiele wurden im Sommer auf dem Turnplatze oder auf dem außerhalb der Stadt liegenden Jugendſpielplatze vorgenommen. Auch wurden Uübungsmärſche ins Gelände unternommen. Außerdem beſteht zur Pflege von Bewegungsſpielen eine Vereinigung von Schü⸗ lern, die namentlich die Ballſpiele betreiben. Die Schüler, die im Biſchöflichen Konvikt wohnen, ſpielen und turnen auf eigenem Spiel- und Turnplatz.
b) Geſang. Es beſtand ein gemiſchter Chor, an dem die ſtimmbegabten Schüler von VI— I teilnahmen, und ein Männerchor, gebildet aus den Schülern der oberen Klaſſen. Es wurden vier⸗ ſtimmige Lieder und kleinere Chöre geſungen. 2 St.
Sexta und Quinta waren im Geſange kombiniert. Übungen im Treffen von Tönen und Noten⸗ leſen, Erklärung der Muſikzeichen. Singen von Tonleitern, Volks⸗ und Vaterlandsliedern. 2 St. Kirſtein.
c) Zeichnen. Obertertia: Gebrauchs⸗, Natur⸗ und Kunſtformen von vorwiegend runder Ge⸗ ſtalt nebſt Wiedergabe ihrer Beleuchtungserſcheinungen mittelſt Bleiſtift, Kohle, Paſtellkreide und Waſſerfarben. Übungen im Treffen von Farben, Pinſelzeichnen, Zeichnen aus dem Gedächtnis, Skizzieren und Darſtellen an der Wandtafel. 2 St.— Untertertia: Entwickelung der wichtigſten perſpektiviſchen Geſetze auf Grund von Beobachtungen im Leben. Darſtellen einfacher Gebrauchs⸗, Natur⸗ und Kunſt⸗ gegenſtände von eckiger Geſtalt mit Wiedergabe von Licht und Schatten. 2 St.— Quarta: Ebene Gebrauchs⸗, Natur⸗ und Kunſtgegenſtände unter Anwendung von Zleiſtift, Kohle, Paſtellkreide und Waſſerfarben. Übungen im Treffen von Farben, Pinſelzeichnen, Skizzieren, Zeichnen aus dem Ge⸗ dächtnis und Darſtellen an der Wandtafel. 2 St.— Quinta: Gebrauchs⸗ und Naturgegenſtände von flächenartiger Beſchaffenheit aus dem Geſichtskreiſe der Schüler mittelſt Kohle, Paſtellkreiden, Bleiſtift und Waſſerfarben. Übungen im Pinſelzeichnen, Skizzieren, Zeichnen aus dem Gedächtnis, im Zeichnen an der Wandtafel. 2 St.— Wahlfreies Zeichnen: Schwieriger darzuſtellende Natur⸗ und Kunſt⸗ gegenſtände in Gruppen(ſog. Stillleben) in naturgetreuer Wiedergabe mittelſt Waſſerfarben und Paſtellkreiden. Perſpektiviſche Übungen im Freien. Skizzieren von Stillleben, landſchaftlichen Motiven. Übungen im Pinſelzeichnen.— Maßſtabzeichnen. Rechtwinklige Projektionen geometriſcher Körperformen. 2 St. Kirſtein.
d) Schreiben. Quinta und Sexta kombiniert. Deutſche und lateiniſche Schrift. Buchſtaben, Wörter, Sätze und zuſammenhängende Stücke. Mit den Schülern der III. und IV., welche eine ſchlechte Handſchrift haben, wurde in einer beſonderen Schreibſtunde deutſche und lateiniſche Schrift geübt, meiſtens in zuſammenhängender Form. Die Schüler der IV. lernten im Monat März das
griechiſche Alphabet. 2(3) St. Kirſtein.


