Aufsatz 
Die Feier des 50jährigen Bestehens unserer Anstalt
Entstehung
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aber herzlich die Eltern zur Mitarbeit ausrief zu dem schwereii Erziehungswerke. Dieser Rede folgte der Vortrag des von Herrn Lehramtsassessor Graeber gedichteten, von Herrn Reallehrer Dotter für vierstimmig gemischten Chor vertonten Festliedes:

ohe, heilge Feierstunde Laßt uns drum mit Jubelklingen H Eint uns hier zu Freud und Lust, Zu der Jugend kehrn zurück, Laut erschall von Mund zu Munde Unser Redeti, unser Singen Unser Dank aus junger Brust; Preise dieser Stunde Glück! Daß wir diesen Tag erlebten, Mancher Freund ist heut verschtvunden, Laß vergessen alles Leid. Deti das Leben früh zerbrach, Was wir einmal hier erstrebten, Ihnen, die nicht her gefunden, Grüßt uns aus versunkner Zeit. Denken wir still feiernd nach.

Alte Freundesherzen schlagen Fünfzig reiche Jahre schwanden,

Ewig jung und ewig klar, Gut die Saat, die Ernte recht. Liebe, traute Stimmen sagen, Da, wo wir als Jungen standen, Was dereinst so köstlich war; Tummelt sich ein neu Geschlecht- Altes Leid und altes Lieben, Doch, wenn einst die Schatten senken Längft begrabner Sturm und Braus Sich auch über diese Schar, Ein Erinnern ist geblieben Mög sie treu der Schule denken, Und verklärt uns jedes Haus. Die dann blühet hundert Jahr!

Der frische, helle Ton, der aus Wort und Weise heransklingt, kam zu schönster Wirkung und fand reichen Beifall. Und dann kam Friedrich Rückerts seltsam wehes und stimmungsschweres Lied:»Aus der Jugendzeit klingt ein Lied mir immerdar«. Manchem wards eigen zu Mute bei dem Gedanken:»O, wie liegt so weit, was mein einst·war«. Noch lange zitterten die Klänge dieses Erinnerung und Sehnsucht bannenden Liedes in den Herzen der Hörer nach-

Nach einer kleinen Pause hob sich der Vorhang. Ein buntbelebtes Bild bot die Bühne den Zuschauern dar. ,,Wallensteins Lager« von Fr. v. Schiller wurde durch die Oberklassen der Schule ausgeführt. Um die Einstudierung und Leitung des Stückes haben sich die Herren Professor Decker, Assessor Graeber und Assessor Berg verdient gemacht. Der wirkungsvolle Hintergrund, Wallensteins Lager darstellend, ist von Herrn Regierungsbaumeister Kuhlmann gemalt worden. Die einzelnen Szenen des Lagerlebens wurden frisch und flott, mit echt jugend- licher Begeisternng und Hingabe gespielt.

Die Namen der Mitwirkenden, die in herzlichem Bühneneifer ihr Bestes gaben, seien hiermit wiedergegeben: Marketenderin: Frl. Elsa Mauer; Eine Auswärterin: Frl. Lotte Pitz; Wachtmeister: Betke lb; Trompeter: Christ Ih; Konstabler: Wallach ib; 3 Scharf- schützen: K. Bücking lla, Grundberger la, Eurich la, Zwei Holkische reitende Jäger: Strauch la, Levi la; Buttlersche Dragoner: Hensel la, Planz Ila; Arkebusiere v. Reg. Tiefenbach: Bitsch la, Spaar la, Döring lla, R. Schmidtlla; Erster Kürassier: Keller Ibz Zweiter Kürassier: Bernhard lla; Zwei Kroaten: Hanitsch la, Schnell lb; Zwei Ulanen: Knauf Ila, Weber lla; Rekritt: Pfalzgraf la; Bürger: H. Eck Ib; Bauer: Eifert lb; Bauernknabe: H. Bücking Illb; Kapuziner: Strömann lla, Nathes Ila, AKieuscPelf Ilb, Bücking11a; Hoboisten: Wallach lb, Schmidt lla, Bernhard Ita,

nau a.

Der Empfangsabend(Jreitagabend).

Vergeßt der Sorgen, laßt die Arbeit ruhen Verblühte auch so mancher Rose Prangen,

Und schüttelt ab für Stunden, was Euch drückt. Die heißen Duft in Eure Jugend trug,

Horcht, die Erinnerung geht auf leifen Schuhen Jst auch wohl mancher schon von Euch gegangen, Und raunt von allem, was Euch einst beglückt. Deß Herz einst gleichen Takt mit Eurem schlug, Das blüht und trotzt der Zeit und allen Wettern, Jst auch verwachsen mancher Hag und Garten, Das kann nicht welken und nicht untergehn Wo Jhr getollt in wildem Spiel als Kind,

Was hold entschwunden, wird in goldnen Lettern Dann trauert still.Doch unsres Fests Standarten, Allzeit im Herzen eingegraben stehn. Sie flattern hell und bauschen sich im Wind!

Diese Verse standen im Willkommen, das die Stadt und die Schule den Festgästen entbot, und solche Stimmung, wie sie sich in obigen Worten ausspricht, herrschte bei den meisten der zahlreichen Gäste, die dem Ruf gefolgt waren. Der Empfangsabend in der ,,Krone«, der im regenkühlen Garten nicht stattfinden konnte und deshalb in den festlich erhellten beiden