Aufsatz 
Die Neubauten der Oberrealschule in Mainz
Entstehung
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Wohl lange hat es gedauert, bis die Schule aus ihren kleinen Anfängen herauskam, und beſcheiden, wie das Heim, war Jahrzehnte lang ihres Daſeins Berechtigung, doch hören wir, daß allmählich in dem Bauweſen dieſe und jene Verbeſſerung eingeführt wurde.

Bis zum Jahre 1872 mußte ſich die Schule mit denſelben Räumen behelfen; erſt in dieſem Jahre wurde das Gebäude, wie wir es heute in ſeinem Äußeren kennen, mit einem Koſtenaufwand von 36,000 Gulden umgebaut. Schon bald darauf zeigte ſich, daß die Räume zu klein ge⸗ worden waren, ſo daß bereits im Jahre 1878 ein Anbau errichtet und eine Klaſſe in einem Privathaus untergebracht werden mußte.

Mit der Entſtehung des Realgymnaſiums, das der Realſchule an⸗ gegliedert worden war, machte ſich eine abermalige Erweiterung im Jahre 1886/87 notwendig. Die Schülerzahl hatte mittlerweile ſo zu⸗ genommen, daß ein Neubau durch Hinzuziehung der Räume des an grenzenden ehem. Welſchnonnenkloſters die notwendige Folge war. Hierfür wurde eine Summe von 59,000 Mk. aufgewendet.

Von da ab iſt nunmehr ein raſches Anwachſen der Frequenz zu ver⸗ zeichnen. Schon war eine Höhe erreicht, daß die Anſtalt hinſichtlich ihrer Schülerzahl jedenfalls in Heſſen, wenn nicht in ganz Deutſchland, ihresgleichen ſuchte, und im Jahre 1896 war bereits die Überfüllung bei einer Schülerzahl von 846 ſo groß geworden, daß man eine Trennung der beiden Anſtalten ernſtlich in Ausſicht nahm und die erſte Anregung zu Neubauten von Schulhäuſern für die beiden Anſtalten gegeben wurde. In einer Konferenz, die dann im Jahre 1900 im Miniſterium ſtattfand, wurde das Programm und hiernach die Zahl der erforderlichen Schul⸗ räume und der Schülerzahl mit ca. 600 feſtgeſtellt.

Die hierauf ausgearbeiteten generellen Projekte für den Neubau mußten jedoch infolge des mittlerweile ungeahnten raſcheren Anwachſens der Frequenz einer Umarbeitung unterzogen werden, wobei die Maximal⸗ ſchülerzahl für den Neubau bis zu 900 mit entſprechenden Reſerveſälen bis zu 1150 zu Grunde gelegt wurde.

Aber es vergingen noch Jahre, bis die definitiven Pläne zu Stande kamen und dem unwürdigen Zuſtand, daß die verſchiedenen Klaſſen der Schule in nicht weniger als drei vom Hauptgebände entfernt gelegenen Häuſern untergebracht worden waren, ein Ende gemacht werden konnte. Denn auf dem für den Neubau in Ausſicht genommenen Gelände in der Schulſtraße ſtanden die Gebäude der ſtädtiſchen Reinigungsanſtalt, welche zuerſt an einen anderen Platz verlegt werden mußten, was einen Neubau mit einem Koſtenaufwand von 175,000 Mk. erfordert hatte.