Aufsatz 
Orion der Jäger : ein Beitrag zur semitisch-indogermanischen, besonders zur deutschen Mythenforschung / von ... Suchier
Entstehung
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Die Dreizahl. Beim Kornſchneiden bleibt etwas ſtehen, das in drei Knoten zuſammen gebunden wird für die Herrgottsvögelchen*). Wenn jemand ein Kalb verkauft, ſo holt der Verkäufer ſtillſchweigend einen Stein unter der Dachtraufe, drückt der Kuh dreimal das Maul damit und legt alsdann denſelben unter die Krippe, damit ſie nicht ferner nach dem Kalbe brüllt. Will ein Kalb nicht ſaufen bei der Kuh, ſo wird ein Erbſchlüßel genommen und dem Kalbe dreimal durch das Maul gezogen, oder man ſpeit ihm ins Maul. Wer junge Hühner gekauft hat, der dreht ſie dreimal vor dem Spiegel herum, dann gehen ſie nicht fort.

Daß im Vorſtehenden manches mit erwähnt iſt, was nicht grade auf den Gegenſtand der Abhand⸗ ung näheren Bezug hat, geſchah in zwiefacher Rückſicht. Mich leitete der Gedanke, daß der deutſchen Mythenforſchung jeder neu aufgefundene Beitrag willkommen ſein dürfte, dann auch der, daß in der Jetztzeit, wo das Alte immer mehr ausſtirbt, noch gerettet werden muß, was zu retten iſt. Das Ver⸗ dienſt unſere Mythologie ins Leben gerufen und den letzteren Gedanken zur anerkannten Richtſchnur ge⸗ macht zu haben, gebürt Jakob Grimm, und ſo ſchließe ich mit deutſchem Gruße an den wackeren Lands⸗ mann aus dem engeren Vaterlande.

ehrung gehalten. Es wurde immer bei den Opfern gebraucht(die mola salsn), worüber man auch beim Moſes eine Verordnung findet, Levit. II, 13(ſ. auch Ev. Marc. 9, 49). Das Familienſalz wurde mit großer Sorgfalt aufbe⸗ wahrt. Das Verſchütten des Salzes auf der Tafel wurde für ominös gehalten nach Feſtus(wie noch jetzt). Man betrachtete es als ein Zeichen der Freundſchaft, wenn das Salz einem Fremden vorgeſetzt wurde, wie es noch bei einigen morgenländiſchen Völkern iſt. Dem ſalzigen Meerwaßer ſchrieben die Alten beſondere Sühnkraft zu. Man erwäge auch den ſalzſäenden Odyſſeus. Sehr leſenswert iſt das von J. Grimm p. 999 ff Geſagte. Hier nur das Wichtigſte daraus:An gewiſſen Feſttagen ſtellen ſich die Hexen in dem heiligen Wald, auf dem Berge ein, wo das Salz ſprudelt, Kochgeräthe, Löffel und Gabeln mit ſich führend; Nachts aber glüht ihre Salzpfanne. Umgekehrt wurde ſpäter den teufliſchen Hexenverſammlungen das wolthätige Salz abgeſprochen und als Sicherungsmittel gegen alle Zauberei angeſehen, denn der Hexenküche und den teufliſchen Mahlzeiten fehlt gerade das Salz, die Kirche hatte jetzt die Heiligung und Weihung des Salzes übernommen. Neben das ungetaufte, ausgeſetzte Kind pflegte man zur Sicherung Salz zu legen(vgl. p. 17 vom Kreuz). Zauberern und Hexen wurde Misbrauch des Salzes zur Taufe von Thieren Schuld gegeben.

*) Eine artige Erklärung der nicht mehr verſtandenen Sitte(n. 26). Auch Simrock ſagt p. 569, die Ahrenbüſchel blie⸗ ben für Wodans Roſs oder die Vögel des Himmels ſtehen. Theodor von Kobbe erzählt in den Erinnerungen aus dem academiſchen Leben I p. 121 von der Weinleſe bei Heidelberg:Jedem Fremden wurde von den Trauben gereicht derſelbe aber, wenn er alle Beeren pflückte und nicht mindeſtens nach altem Herkommen drei am Stiel gelaſſen hatte, wenn er denſelben wegwarf, von den Winzerinnen mit einer hölzernen Pritſche unter dem lauten ZurufHerbſchthau gepritſcht, und mußte ſich durch ein Geſchenk der ferneren Strafe entziehen.