Aufsatz 
Mitteilungen über die Gymnasialbibliothek und ältere Drucke derselben / vom ... Suchier
Entstehung
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Daß in die Univerſitätsbibliothek zu Göttingen ein Theil der hieſigen ehemaligen Univerſitätsbibliothek übergegangen iſt, beſtätigt die Verwaltung der dortigen Königlichen Univerſitäts⸗ bibliothek; über die Zahl und Art der überlaſſenen Werke haben wir nichts in Erfahrung bringen konnen. Jedenfalls fiel der Hauptantheil der Univerſitätsbibliothek zu Marburg zu. Dieſelbe erhielt faſt ſämmtliche mathematiſche und phyſikaliſche Bücher, auch die phyſikaliſchen Inſtrumente, außerdem die ſämmtlichen juriſtiſchen und mediciniſchen Werke, welche die betreffenden Facultäten ſich ausdrücklich vollſtändig erbaten, und welche nach verſchiedenen hin⸗ und hergehenden Verhand⸗ lungen in 27 Kiſten verpackt unter Aufſicht des Bibliothekar Profeſſor Tennemann im Nov. 1817 nach Marburg abgingen. Nur diejenigen Werke,welche für die Zwecke eines Gymnaſiums in Vergleich zu den Bedürfniſſen der einzigen Landesuniverſität, die von den Studenten aus Schaumburg mit einem gewiſſen Vorzugsrecht als Bildungsanſtalt benutzt und beſucht werde, wirklich nützlich ſeien, ſollten in Rinteln verbleiben. Die Univerſität Marburg hatte damals zugleich, wie es ſcheint vergeblich gebeten, die in den Katalogen mit G bezeichneten Bücher, welche gerade die ſchätzbarſten und werthvollſten ſeien und wahrſcheinlich nach Göttingen kamen, von dort zu reclamiren. Nach Berichten der Bibliotheksverwaltung vom 3. Jan. 1818 betrug die Zahl der aus Rinteln nach Marburg gekommenen Lücher 1500, von denen die Hälfte als wirklicher Zuwachs, die andere Hälfte als Doubletten bezeichnet werden. Zur ſelben Zeit war auch der Katalog der Rinteln'ſchen Bücher fertiggeſtellt.(nach Mittheilungen der Königlichen Bibliotheksverwaltung zu Marburg vom 19. Dec. 1877.)

Notizen über die ehemalige Univerſitäts⸗ und die jetzige Gymnaſial⸗Bibliothek zu Rinteln befinden ſich noch in Vogel's Literatur früherer und noch beſtehender europäiſcher öffentlicher Bi⸗ bliotheken. Leipzig 1840. S. 195. und in Petzholdt Handbuch deutſcher Bibliotheken. Halle 1853. S. 315.

Verzeichniß der Handſchriften und ſeltenen älteren aus dem

15. bis 17. Jahrhundert ſtammenden Drucke der Gymnaſialbibliothek. Aufgeſtellt vom Oberlehrer Dr. Suchier.

A. Handſchriften.

Von Handſchriften im eigentlichen Sinne iſt nur eine vorhanden, mediciniſchen Inhalts in lateiniſcher Sprache, ohne Titel und Angabe des Jahres, dem Charakter der Schrift nach aus dem Ende des 14. Jahrhunderts, ein etwa 300 Seiten ſtarker Quartband.

Außerdem finden ſich ungefähr zwanzig Collegienhefte über verſchiedene wiſſenſchaftliche Gebiete von Profeſſoren der hieſigen Univerſität aus den Jahren 1640 1770, ſo wie eine Ge⸗ ſchichte der Grafſchaft Schaumburg vom Prof. Wolfrath aus den erſten Jahren dieſes Jahrhunderts.

B. Seltene ältere Drucke.

I. Griechiſche und römiſche Claſſiker.

Griechen. 1. Aristotelis opera omnia græce. Basileæ 1531 fol. opera omnia. Basil. 1563 fol.

Physicorum libri Joach. Perizonio interprete. Lugduni 1576. 8.