Aufsatz 
a) Schule und Schulhygiene. b) Neuere Ermüdungsmessungen mit dem Aesthesiometer
Entstehung
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2) Es muss eine Körperstelle benutzt werden, die erfahrungsgemäss besonders merkbar auf Ermüdung reagiert, z. B. Stirn oder Schläfe.

3) Die Messungen dürfen an einer Stelle nicht zu lange fortgesetzt werden, da schon infolge der Hautreizung und Hyperämie Störungen möglich sind.

4) Der Druck muss möglichst gleichmässig und nicht zu gross sein.

5) Die Spitzen müssen gleichzeitig auf die hlaut gesetzt werden.

6) Die bewegliche Spitze muss immer in derselben Richtung bewegt werden; man kann sich einen Punkt für die feste Spitze bezeichnen und eine Gerade für die Richtung, in der man die bewegliche Spitze verschiebt.

7) Bei nervösen, reizbaren Individuen ist besondere Vorsicht erforderlich; denn bei solchen können ganz abnorme Reaktionen beobachtet werden. Es kommen hier vor Allem die sog. Trugwahrnehmungen in Betracht. Unter Trugwahrnehmung oder Vexierfehler versteht man auf diesem Gebiet die Erscheinung, dass bei dem Auf- setzen einer Spitze mehr als eine Spitze empfunden wird, ferner noch(nach Tawney) die Empfindung von 2 Spitzen, wenn auch die Oistanz unter der Raumschwelle liegt. Wie Griesbach(Ueber die Sinnesschärfe Sehender und Blinder, Archiv f. d. ges. Physiologie Bd. 74 und 75) fand, kommen diese Trugwahrnehmungen häufiger vor bei grösserem Druck, scharfen Spitzen, kleinen Spitzenabständen. Bei manchen Individuen treten sie gar nicht auf, bei anderen vereinzelt, bei noch anderen häufig. Physiologische Ursachen von Trugwahrnehmungen sind nach Griesbach die bei öfterer Berührung einer Hautstelle entstehende lokale Hlyperämie und erhöhte Empfindlichkeit der sensiblen Nervenenden, ferner die Nachempfindungen, besonders bei starkem Druck und rasch wiederholten Versuchen. Von pathologischen Ursachen steht im Vorder- grund Nervosität mit erhöhter Reflexerregbarkeit und Hyperästhesie. In solchen Fällen ist eine genaue Schwellenbestimmung nicht möglich. Würde man bei nervösen Individuen eine etwaige Hyperästhesie oder die Trugwahrnehmungen nicht berück- sichtigen, so wäre es nicht schwer, durch ausschliessliche Untersuchung solcher Individuen zu dem paradoxen und ganz irrationalen Satz zu kommen, dass bei Ermüdung die Tastschärfe zunehme.

8) Bei dem Aufsuchen der Raumschwelle stellt Griesbach zuerst auf den Null- punkt des Aesthesiometers ein, so dass beide Spitzen aneinanderliegen, und rückt dann den beweglichen Schenkel allmählich ab, jedesmal 2 neue Punkte desselben kiaut- gebiets berührend; bei einem gewissen Spitzenabstand werden zwei Eindrücke empfunden; dieser Abstand ist also der kleinste für Doppelempfindung. Dann werden die Spitzen wieder allmählich genähert, bis 1 Eindruck empfunden wird; diesen Abstand notiert Griesbach als Raumschwelle.

Berichtigung: Seite 3, Zeile 3 von unten muss es heissen:»die Brust muss einige Centimeter vom Tischrand entfernt bleiben, die Entfernung zwischen Augen und Schrift soll c.