Aufsatz 
Animadversiones in Hymnos Homericos / Stoll
Entstehung
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zur Tertia einſchließlich, ſo weit es andere in Betracht kommende Verhältniſſe zuließen, in die Hand Eines Lehrers gelegt. Der Profeſſor Francke, der eine Reihe von Jahren Ordinarius der Tertia geweſen war, erklärte ſich bereit, das Ordinariat der Quarta zu übernehmen und dem Profeſſor Stoll, ſeitherigen Ordinarius der Quarta, die Tertia zu überlaſſen, wodurch es möglich wird, daß jeder der beiden genannten Lehrer dieſelben Schüler zwei Jahreskurſe hindurch als Ordinarius unterrichten und leiten kann. Mit dem neuen Schuljahre wird der Profeſſor Francke mit den Schülern der Quarta in die Tertia vorrücken und der Profeſſor Stoll wieder in die Quarta als Ordinarius eintreten.

Der Director übernahm fünf Stunden in der Secunda, deutſche Sprache und lat. Dichter, ſowohl um die Vereinigung der vorgenannten Gegenſtände in der Hand Eines Lehrers für die fünf unteren Klaſſen zu ermöglichen, als auch um die der Prima zunächſt ſtehenden Schuͤler vorläufig näher kennen zu lernen. Indem ich dieſer zur Förderung des Unterrichts getroffenen Anordnungen gedenke, halte ich mich für verpflichtet, auch an die Eltern, die dem Gymnaſium ihre Söhne zuſenden wollen, ein wohlgemeintes Wort zu richten. Es kommt hier nicht ſelten vor, daß Schüler, die blos durch Privatunterricht vorgebildet ſind, ſich zur Aufnahme in eine höhere Klaſſe, Tertia oder gar Secunda, melden. Sie werden auch mit Rückſicht auf ihre in den Sprachen erlangten Kenntniſſe, ſowie nach ihrem Alter und der in der Prüfung darge⸗ legten allgemeinen geiſtigen Reife in eine der bezeichneten Klaſſen aufgenommen, allein bald zeigen ſich in allen übrigen Gegenſtänden erhebliche Lücken und die natürliche Folge iſt, daß die ſtrebſamen und gut befähigten ſich übermäßig anſtrengen, das Verſäumte nachzuholen, die weniger eifrigen und ſchwachen aber bald alle Hoffnung je beizukommen, aufgeben und die beregten Unterrichtsgegenſtände vernachläſſigen. Nur wenige arbeiten ſich ohne Nachtheil für ihre Geſundheit allmählich bei. Möchten doch die Eltern Privatanſtalten und einzelnen Privat⸗ lehrern nicht allzu großes Vertrauen ſchenken und ſich wenigſtens, wenn ſie ihre Söhne nicht früher dem Gymnaſium anvertrauen können oder wollen, rechtzeitig mit dem Gymnaſium in Beziehung ſetzen, um die Forderungen für die einzelnen Lehrgegenſtände zu erfahren.

Der höheren Orts für das Schuljahr genehmigte Lehrplan erfuhr übrigens in ſeiner Durch⸗ führung einige Störungen. Während des Sommerſemeſters fiel der evangeliſche Religions⸗ unterricht für die ſechs oberen Klaſſen beinabe drei Wochen hindurch ganz aus, indem der Herr Decan Dörr, nachdem er bereitwillig noch vierzehn Tage über ſeine Verpflichtung hinaus den Uuterricht ertheilt hatte, vom 16. Juli an dieſe Funktion einſtellen mußte, die ſein Nachfolger erſt am 8. Auguſt übernehmen konnte. Die evangeliſchen Schüler wurden indeß, ſoweit es anging, in den betreffenden Stunden anderweit beſchäftigÄt. Im Winterſemeſter war der Director als Mitglied der philologiſchen Prüfungscommiſſion, ſowie zur Betheiligung an Con⸗ ferenzen der Gymnaſialdirectoren etwas über vierzehn Tage in Wiesbaden, und der Profeſſor Stoll mußte, da er als Geſchworner für die Aſſiſenverhandlungen zu Dillenburg gewählt worden, wegen dieſer Verhandlungen ſeinen Unterrlcht eine Woche ausſetzen. Der Profeſſor Krebs beſorgte die Directorialgeſchäfte während der Abweſenheit des Directors, deſſen Lehrſtunden ſowie die des Profeſſor Stoll durch die Aushilfe der andern Lehrer möglichſt gedeckt wurden.

Vom Unterricht in der griechiſchen Sprache waren im Ganzen 11 Schüler befreit, die während der griechiſchen Stunden in ihren Klaſſen angemeſſen beſchäftigt wurden.

Der Unterricht im Hebräiſchen wurde von 9, der im Engliſchen von 15 Schülern beſucht.

Reitunterricht nahmen nur während des Sommerſemeſters einige Schüler, und es iſt, wie ich ſchon im vorjährigen Programme bemerkt habe, ſehr zu bedauern, daß die an dem hieſigen Gymnaſium gebotene ſo billige Gelegenheit nicht mehr benutzt wird.