Aufsatz 
Zur Erklärung des Homer und Horaz / von Heinrich Stöpler
Entstehung
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Zur Erklärung des Homer und Horaz.

Dr. Heinrich Stöpler.

A. Zu Homer.

Über den Gebrauch von 3vap, 5vetpos, Svstpov, bysipata, bvstbsihot bei Homer.

Die Ungleichartigkeit der Anſchauungen von den Träumen, welche uns in den ver- ſchiedenen Theilen der homerifchen Gedichte entgegentritt, hat in den vortrefflichen Darſtellungen von Näigelshach-Autenrieth, G. W. Nitæſch, J. B. Friedreich u. a. einen Ausdruck, aber noch keine durchgängige Erklärung gefunden. Indem ich es nun unternehme, zur Erklärung jener Ver- ſchiedenheit im Folgenden den Verfuch einer kurzen Darſtellung der Entwicklung jener Vor- ſtellungen auf Grund von vorzugsweife fprachlichen ¹) Beobachtungen zu machen, bin ich mir aller der Schwierigkeiten wohl bewußt, die der Aufſtellung ſicherer Ergebnille in dielen und ähnlichen Unterfuchungen entgegenſtehen, und nicht der Meinung, in einzelnen Punkten mehr als Vermuthungen zu geben. Befonders die Gruppirung der verfchiedenen Vorſtellungen nach Alter und Zulammenhang wird immer bei derartigen Verfuchen auf mehr oder minder fubjek- tivem Ermelfen beruhen müffen. Führt jedoch nur meine Betrachtungsweife dazu, auf die eine oder andere hierher gehörige Stelle der homerifchen Gedichte ein richtigeres Licht zu werfen, ſo kann mir dies wohl genügen. Polemik im Einzelnen habe ich gegen die von andern Ge- ſichtspunkten aus unternommenen Darſtellungen deffelben Stoffs eben wegen der Verſchiedenheit, des Standpunktes möglichſt vermieden.

Bei aufmerkflamem und eindringendem Lefen der im zweiten Buche der Ilias vom Traume des Agamemnon handelnden Stelle ²) drängt ſich gewiß die Frage auf, worauf wohl die Zu- fügung des Sybxvio im

v. 56 MPts, gixot. dstöc Bot Syöxvtoy A-ey Svetοsς

¹) Ein älterer Gebrauch jener Worte aber kann ſich, in formelhaften Wendungen erhalten, fehr wohl in einem jüngeren Theile der Erzühlung finden. Somit wird ſich unfre Betrachtung auf die Ergebniſfe der Forſchungen Kirchhoff's und ühnlicher Arbeiten nicht ſtützen dürfen. ²) B 1 83. 1*