Chronik.
Am 29. Juli wurde das vorige Schuljahr mit der öffentlichen Entlassung der 46 Abiturienten beschlossen. Zugleich wurden die Ergebnisse der Bewerbung um den Preis der Hebel-Gerstner-Stiftung den Schülern mitgeteilt. Die Aufgabe war aus dem Gebiet der Physik entnommen und forderte eine Arbeit über die Verbesserungen des Ther- mometers durch Fahrenheit, Reaumur und Celsius, dargestellt nach den in Oswalds Samm- lungen herausgegebenen Originalabhandlungen dieser Forscher. Der Preis wurde an die Verfasser der beiden besten Aufsätze, den Oberprimaner Wilhelm Eller und den Unter- primaner Hermann Reichardt verteilt.— Die Reifeprüfung war am 19. und 20. Juli 1903 unter Leitung des zum Kommissar ernannten Gymnasialdirektors Dr. Böckel in Heidelberg abgehalten worden. Die zur Prüfung angemeldeten Oberprimaner erhielten alle das Zeugnis der Reife,
Während der ersten Woche des August reisten wieder elf Schüler unter Führung des Dr. Leimbach nach Kiel, um dort unser deutsches Flottenwesen kennen zu lernen.
Im Lehrerkollegium erfolgte beim Beginn und dann im weiteren Verlauf des neuen ‚ Schuljahrs ein vielfacher Personenwechsel. Durch Krankheit waren die Professoren Goos und Durler noch verhindert, ihren Unterricht ganz oder doch die Mehrzahl ihrer Stunden abzuhalten. Des letzteren Vertretung übernahmen die Praktikanten Huber und Sieferer, die Stunden des ersteren die Professoren Holtzmann und Dr. Wolf, demnächst aber, vom 1. Oktober an, der uns zugewiesene Praktikant Dr. Lühe. Als dieser im Anfang des Mai 1906 an die hiesige Realschule versetzt wurde, trat der Lehramtspraktikant Bolz an seine Stelle. Zu Anfang des Schuljahrs trat an Stelle des nach Weinheim versetzten Professors Herzog Lehramtspraktikant Dr. Karl Bertsche, bis dahin Vorstand der Bürgerschule Wolfach, in unser Kollegium ein.
Weitere Änderungen in der Stundenverteilung wurden dadurch herbeigeführt, daß Praktikant König an das hiesige Realgymnasium versetzt, an unsere Anstalt aber Professor Dr. Reitz vom Gymnasium in Tauberbischofsheim berufen wurde. Da aber die Schülerzahl wieder erheblich gestiegen war und die Errichtung einer Parallelklasse nötig machte, wurde Professor Anton Karle vom Großh. Gymnasium Rastatt an das unsre, dem er früher schon als Praktikant angehört hatte, versetzt. Kurz vor den Osterferien wurde uns Praktikant Huber durch eine Militärübung von acht Wochen bis Anfang Juni entzogen. Nachdem Professor Durler schon seit Neujahr den größeren Teil seines Unterrichts über- nommen hatte, mußte er sich einer längeren Kur unterziehen, wozu ihm von der Behörde vom 11. Juni bis zum Schluß des Schuljahrs Urlaub bewilligt wurde. Ihn, und schon vorher den einberufenen Praktikanten Huber, vertrat der uns zugewiesene Praktikant


