Vorwort.
Die vorliegende Arbeit ist dem Wunsche entsprungen, den naturwissen- schaftlichen, besonders den botanischen Unterricht nutzbringender zu gestalten. Dieser kann nur dann seinen Zweck erfüllen, einen Einblick in das zu- sammengesetzte Getriebe der Natur und in den ursächlichen Zusammen- hang seiner Erscheinungen zu geben, wenn er in steter Berührung mit der Natur betrieben wird. Er muls sich an einen Schulgarten anlehnen, in dem wenigstens die besprochenen Pflanzen dem Schüler fortdauernd und in jedem Entwicklungszustand vor Augen stehen. Da die Pflanzen aber durch Boden und Umgebung in hervorragender Weise beeinfluſst werden, so müssen sie möglichst in natürlichen Gruppen vereinigt sein und bis zu einem gewissen Grade dort sich selbst überlassen bleiben. Ein Schulgarten kann daher nicht das reinliche Aussehen eines Gemüse- oder Blumengartens haben.
Es war nun für uns das Bedürfnis vorhanden, den aus dem Garten gewonnenen Stoff zusammenzustellen, um zu zeigen, daſs es möglich ist, die sämtlichen Errungenschaften der neueren Naturwissenschaft dem Schüler in elementarer Weise vorzuführen, und um festzustellen, was dabei als geistiges Eigentum gewonnen werden kann.
Der Unterricht beginnt(nach Abteilung II) in Klasse VI mit Einzel- betrachtung von Pflanzen, um die morphologischen Begriffe festzulegen. Er schreitet aber schon von V an zur Gattung und Familie fort in der Weise, dals in III der Familienbegriff zur Hauptsache wird. Der erstrebte Fort- schritt in der Betrachtungsweise wird bei Vergleichung von Nr. 13 Familie Labiaten in V. Nr. 23 Familie Ranunculaceen in IV und Nr. 29 Familie Umbelliferen in III leicht erkannt werden. Die Familien sind so ausgewählt worden, dals solche, deren Arten sehr augenscheinliche und sehr viele Khnlichkeiten besitzen, in die unteren Klassen gesetzt wurden.
Auf die biologischen Verhältnisse, die Fragen nach dem„Warum“ wird schon in VI hingewiesen; sie treten in den höheren Klassen immer mehr in den Vordergrund.
Die aus den Einzelbetrachtungen des Abschnittes II gewonnenen all- gemeinen morphologischen, systematischen und biologischen Begriffe sind in den Abschnitten III und V zusammengestellt und werden in den einzelnen Klassen im Zusammenhange besprochen. Dies geschieht aber gerade so wie das Vorhergehende im Garten selbst, da ja die sämtlichen dazu nötigen Pflanzen vorhanden sind. Abschnitt IV wird durch Vorführung mikrosko- pischer Präparate mittels des elektrischen Projektionsapparates; Abschnitt VI2, Kolonialpflanzen, mit Hilfe von Abbildungen erläutert.
Die Kapitel„Feld, Wald, Wiese“ des VI. Abschnittes geben nur eine zusammenfassende und erweiterte Darstellung dessen, was an verschiedenen Orten während des Unterrichtes bereits erwähnt worden ist. Sie stellen
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