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einer dünnen Schicht Steinkohlenasche belegt und der Rest mit guter Gartenerde ausgefüllt. Die Erde wurde handbreit über die Höhe des Schulhofes aufgefüllt und durch eingegrabene Bohlen gegen das Herabfallen auf den Hof geschützt. Das Ganze wurde später von einem etwa ½ m hohen, aus alten Siederöhren und leichten Trambahnschienen hergestellten Ge- lünder umgeben, um ein unvorsichtiges Betreten desselben seitens der Schüler zu verhindern. So einfach diese aus Gründen der Sparsamkeit gewählte Schutzvorrichtung ist, so hat sie sich doch als völlig ausreichend erwiesen und genügt auch, nachdem sie hübsch gestrichen, dem Schönheitsgefühl völlig. Diese ganze Arbeit kostete uns den Oktober und November. Nur durch das späte Auftreten des Winters war es möglich, noch am 1. und 2. Dezember die ausgewählten Bäume und Sträucher anzupflanzen, die auch mit wenigen Ausnahmen an- gingen. Ganz auffallend ist, dafs sämtliche gepflanzten Nadel- hölzer, die sonst nur schwer angehen, sofort kräftig weiter- wuchsen.
Im Frühjahr 1893 kam ein am nordwestlichen Ende des Schulhofes gelegenes Stück Land von 200 qm Grösse als weiterer Teil unserer Anlage hinzu. Dieses Stück ist durch eine geschlossene Planke von dem Schulhofe der höheren Mädchenschule getrennt, die in dem nördlichen Flügel des huf- eisenförmigen Schulgebäudes sich befindet. An dieser Planke erhielten wir eine der Südsonne ausgesetzte, gegen Nordwinde geschützte Rabatte. Der übrige Teil wurde in Beete von 1,20 m Breite geteilt, zwischen denen gestückte und mit Sand belegte Wege von ½ m Breite sich befinden.
Im Frühjahr 1894 wurde auf der Südwestseite des Abortes ein gegen diesen aufsteigender Hügel von 28 qm Grösse aus grofsen Felsstücken(Taunusschiefern, Basalten und Quarziten) bestehend, aufgebaut und mit der nötigen Erdkrume versehen.
Endlich im Frühjahr 1895 wurde der Schlufsstein unseres Schulgartens gelegt. Als wertvolle Anlagen kamen hinzu: ein Springbrunnen mit Wasserfall, ein Teich, eine Grotte und ein Gartenhaus. Zu diesem Zwecke wurde ein 177 qm groſser an den bisherigen Garten anschliefsender Teil des Schulhofes hinzu- gezogen. Letzterer konnte wegen seiner geringen Breite(10 m) und seiner Lage direkt an der Mädchenschule doch nicht als Spiel-, Turn- und Aufenthaltsort benutzt werden. Der Teich hat eine Gröſse von ca. 30 qm, und zwar erhielt der nördliche Teil desselben eine Tiefe von 60 cm, der mittlere von 30 cm,


