Aufsatz 
Die Werke des Landbaues in den Werken und Tagen des Hesiodos : (V. 383-647.) / von A. Steitz
Entstehung
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Ist in dem Vorhergehenden Standpunkt und Zweck der hesiodischen Poesie in den ächten Werken und Tagen und ihr Verhältniss zur homerischen richtig beurtheilt, so leuchtet ein, wie ganz verschieden die Gesinnung und der Geist ist, welcher aus dem Gedichte über die Weltalter spricht. Hier zeigt der Dichter eine andere Seite seines Wesens, er ist ein ο⁸³⁴ς, begeistert für die Romantik der Heroenzeit und den prosaischen Interessen der Gegenwart abgewandt. Er hat sich in diese Stimmung so glücklich versetzt, dass das Gedicht unter die schönsten Reste der hesiodischen Poesie gehört.

Nachdem ich auf die gänzliche Verschiedenheit des Standpunktes in diesem Ge- dicht hingewiesen, wurde mir vorgehalten(von Susemihl Jahrb. f. Phil. 1864 S. 10), dass diese auch entschieden gegen eine Identität der Verfasser spräche. Wie oben bemerkt, ich will dieselbe nicht zu bestimmt behaupten, aber wenn wir sie nur aus jenem Grunde bezweifelten, müssten wir doch etwas gar zu naiv annehmen, die epi- schen Sänger hätten fest an das geglaubt, was sie über die Vorzeit sangen und zum Theil erst zur Sage hinzudichteten. Darf ich auf solche Bedenken mit einer Frage aus der Literaturgeschichte unserer Zeit entlehnt erwidern? Wenn Uhlands Ge- dichte, die mittelalterliche Stoffe behandeln, ohne den Namen des Dichters auf die Nachwelt gekommen wären, würde ein künftiger Literarhistoriker nicht mit gleichem Recht aus Uhlands politischer Gesinnung die Unmöglichkeit beweisen, dass er diese Balladen verfasst haben könne? Man erwidere mir nicht, es beweise ein Verkennen des ganzen Charakters jener Frühzeit, wenn ich bei deren Dichtern ein ästhetisches Interesse von dem politischen scheide, sondern man nehme einfach Act davon, dass ein donde wenigstens in einem Gedichte entschieden lals Onurne fühlt und spricht. Den Griechen des attischen Zeitalters, welchen jene politischen Gegensätze doch nahe genug lagen, müssen beide Standpunkte nicht unvereinbar geschienen haben, denn warum hat keiner oder da philologische Kritik ihre Sache nicht war keiner der Alexandriner darauf hin die Identität des Verfassers bezweifelt? Und ich sehe, das Beispiel, welches ich gewählt, trifft auch noch in weiterer Beziehung. Der Dichter der Weltalter wie der der Balladen nimmt an der Ritterzeit doch eigentlich nur einen patriotischen, ethischen und poetischen Antheil, auf Ausmalung der Einzelheiten

ritterlichen Glanzes lässt dieser sich nicht ein und jener ist da, wo er es gethan, im 2*