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1909. 20. Januar. Durch Allerhöchſten Erlaß wird dem Profeſſor Schoel der Rang der Räte vierter Klaſſe verliehen. 24. Januar. Von den durch Miniſterialerlaß getroſſenen Aenderungen in der Ordnung der Reifeprüfung an den neunſtufigen höheren Schulen(Gymnaſium, Realgymnaſium, Oberrealſchule) wird folgendes erwähnt: Die Beſtimmungen in§ 11,3 werden von„nicht zuläſſig.“ im zweiten Abſatze an bis zu den Worten „im Abſatz 2 nicht vorliegen“ einſchließlich durch die folgende erſetzt: „Dagegen ſteht es der Prüfungskommiſſion zu, nach pflichtgemäßem Ermeſſen darüber zu ent⸗ „ſcheiden, ob und inwieweit etwa nicht genügende Leiſtungen in einem Lehrgegenſtande durch die „Leiſtungen des Schülers in einem anderen Lehrgegenſtande als ausgeglichen zu erachten ſind.“ 26. Januar. Der Herr Miniſter beſtimmt im Einvernehmen mit dem Evangeliſchen Oberkirchenrat, daß an denjenigen höheren Lehranſtalten, deren Vormittagsunterricht fünf Stunden dauert, für den Kate⸗ chumenen⸗ und Konfirmandenunterricht der evangeliſchen Schüler an zwei Wochentagen in den mitt⸗ leren Klaſſen, ſofern die Verhältniſſe es irgend geſtatten, die erſte Stunde des Vormittags entweder frei zu halten oder mit ſolchen Lehrgegenſtänden zu belegen iſt, von denen eine Befreiung für die Dauer des pfarramtlichen Unterrichts zuläſſig erſcheint. 20. März. Die Wahl des Viſſenſchaftlichen Hülfslehrers Köhl zum Oberlehrer wird beſtätigt. 20. März. Die Wahl des Kandidaten des höheren Schulamts Dr. Reeder zum Oberlehrer wird beſtätigt.
III. Zur Geſchichte der Rnſtalt.
Nachdem am 27. Februar 1908 die erſte Reifeprüfung am Realgymnaſium abgehalten worden war, erfolgte am 1. April durch den Herrn Miniſter die Anerkennung der Anſtalt als vollberechtigtes Realgymnaſium. Es iſt damit der innere Ausbau beendet, doch auch der äußere ſieht nunmehr ſeiner Vollendung entgegen. Der ſtattliche neue Anbau, der in ſeiner Ausdehnung dem alten Gebäude faſt gleich⸗ kommt, wird der Anſtalt vor allem die ſo dringend notwendigen Räume für den Unterricht in den natur⸗ wiſſenſchaftlichen Fächern bringen. Schon jetzt läßt ſich ſagen, daß ſie in ihren Abmeſſungen und ihren zweckmäßigen Einrichtungen den Vergleich mit anderen Anſtalten nicht zu ſcheuen brauchen. Auch die Aula, zu deren Ausſchmückung Herr Fabrikbeſitzer Morian einen namhaften Beitrag zur Verfügung ſtellte, wird nach ihrer Fertigſtellung der Anſtalt zur Zierde gereichen. Eine eingehendere Beſchreibung des Neubaues bleibt dem nächſten Bericht vorbehalten. Die neuen Räume werden mit Ausnahme der Aula vorausſichtlich ſchon nach Oſtern in Benutzung genommen werden können, während die feſtliche Einweihung des Geſamt⸗ neubaues erſt nach Herrichtung der Aula erfolgen kann. Als Tag der Feier iſt vorläufig der 2. Juli in Ausſicht genommen worden.
In das Lehrerkollegium traten zu Oſtern ein die Herren Oberlehrer Dr. Weber(geb. am 14. Januar 1879 zu Woldegk, alſolvierte den zweijährigen Vorbereitungsdienſt am Königlichen Gymnaſium zu Kiel und an der Realſchule zu Elmshorn), Oberlehrer Dr. Ehrenhard(geb. am 21. März 1879 zu Saargemünd, leiſtete den Vorbereitungsdienſt an dem Königlichem Gymnaſium zu Schleuſingen und an der Oberrealſchule zu Suhl ab), Kandidat des höheren Lehramts Dr. Fiſcher(geb. am 18. Januar 1876 zu Barth, abſolvierte das Pädagogiſche Seminarjahr am Gymnaſium zu Kolberg, die erſte Hälfte des Probejahrs am Gymnaſium an der Apoſtelnkirche zu Köln und wurde dann zur Fortſetzung des Probejahres der Anſtalt überwieſen. Er iſt Oberlehrer ſeit dem 1. Oktober 1908), Wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer Dahms (geboren am 19. April 1880 zu Bredereiche, war im Vorbereitungsdienſt von Oſtern 1905 bis Oſtern 1907 an dem Gymnaſium zu Neubrandenburg und dem Realprogymnaſium zu Neuſtrelitz tätig, diente als Einjährig⸗Freiwilliger bis zum 1. Oktober 1907. Am 1. Oktober 1908 wurde er zum Oberlehrer ernannt), Viſſenſchaftlicher Hülfslehrer Köhl(geb. am 2. Juni 1878 zu St. Johann, war im Vorbereitungsdienſt


