Aufsatz 
Die geschichtlichen Vorbedingungen der englischen Kunstphilosophie des vorigen Jahrhunderts / von Friedrich Stehlich
Entstehung
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1882 bestandenen examen rigorosum zum Dr. phil. promoviert. Der hiesigen Anstalt wurde derselbe zur Ableistung seines Probejahres durch Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 27. März 1882 zugewiesen.

Franz, Heinrich, geboren am 17. März 1856 zu Holzhausen, Kreis Marburg, evangelischer Konfession, erhielt seine Vorbildung zunächst auf der höheren Bürgerschule zu Marburg, sodann auf der Realschule I. O. zu Siegen, studierte 1876 bis 1879 zu Berlin, Giessen und Marburg Geographie, Geschichte und neuere Sprachen und unterzog sich am letzteren Ort zu Anfang 1880 der Prüfung pro facultate docendi. Nach halbjähriger Hauslehrerthätigkeit wurde er Ostern 1881 der Realschule(damals I. O.) zu Cassel behufs Abhaltung des Probejahres zugewiesen und daselbst gleich nach Eintritt mit Versehung einer Lehrerstelle betraut, welche er auch nach Beendigung des Probejahres noch bis Herbst 1882 verwaltete.

Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs wurden die mit den bisherigen Realschulen I. und II. Ordnung verbundenen Vorschulklassen von beiden Schulen abgetrennt und zu einem selbständigen Schulkörper vereinigt, welchem die bisherigen Lehrer an der Realschule I. Ordnung Gottschalk, AlIllwohl, Schade und Schunck zugeteilt wurden. Jedoch mussten räumlicher Verhältnisse halber zwei Klassen der neuen Anstalt bis Michaelis 1882 noch im Gebäude des Real- gymnasiums verbleiben.

Der Unterrichtsbetrieb im Realgymnasium war in diesem Schuljahr leider ein sehr unregel- mässiger. Kaum war derselbe unter grossen Schwierigkeiten den Anforderungen eines auf Grundlage der neuen Lehrpläne organisierten Realgymnasiums angepasst worden, als Direktor Dr. Preime, der zur Erreichung dieses Ziels längere Zeit hindurch alle seine Kräfte eingesetzt hatte, schwer erkrankte und durch sein am 19. Juni erfolgtes Hinscheiden einer reichgesegneten Wirksamkeit plötzlich entrissen wurde. Das Lehrerkollegium hat zwar bereits damals seinem tiefen Schmerz über den Verlust seines verdienstvollen und von allen Kollegen verehrten und geliebten Direktors durch einen in der hiesigen Presse veröffentlichten Nachruf einen warmen Ausdruck gegeben, aber der unterzeichnete Berichterstatter kann es sich nicht versagen, auch an dieser Stelle nochmals anerkennend auszusprechen, dass der Dahingeschiedene in seiner 12 jährigen Leitung der Anstalt die allseitige Förderung derselben stets treu im Auge gehabt, mit unermüdlichem Eifer für ihr Gedeihen gearbeitet und sich ein bleibendes Denkmal der Dankbarkeit in den Herzen seiner Mitarbeiter sowie auch wir bezweifeln dies nicht bei seinen zahlreichen Schülern gesichert hat. Aus den vielen Beileidschreiben, welche das Lehrerkollegium von ehemaligen Schülern der Anstalt erhielt, sei insbesondere das Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preussen, d. d. Kiel, 21. Juni 1882 erwähnt, als»Ausdruck seiner wärmsten Teilnahme bei dem frühen Tod des bewährten Leiters einer Schule, der er allezeit eine treue und dankbare Erinnerung bewahrt⸗.

Um das Andenken des Verstorbenen für immer der Schule lebendig zu erhalten, ist vorbehaltlich der Genehmigung der Schulbehörde die Gründung einer Preime-Stiftung zur Unter- stützung bedürftiger und würdiger Schüler des Realgymnasiums in Aussicht genommen und bereits durch Zeichnungen zunächst im Schosse des Lehrerkollegiums ein erfreulicher Anfang gemacht worden. Wir hoffen, dass die zahlreichen Freunde Dr. Preime's sowie seine ehemaligen Schüler unser

Unternehmen pietätvoll unterstützen werden. 5