Aufsatz 
Die Sprache in ihrer Beziehung zum Nationalcharakter / von Friedrich Stehlich
Entstehung
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nach Ablauf seines Probejahres Beschäftigung an der bereits genannten Realschule II. Or dnung in Neumünster fand.

Der Unterricht hat in diesem Schuljahr mehrmals grössere Unterbrechungen qurch Erkrankung von Lehrern erlitten, so war Reallehrer Ide im Mai und Juni vorigen Jahres erkrankt, Dr. Horn. stein im Monat März d. J. Boppenhausen konnte seit Michaelis v. J. nur die Hälfte der Turnstunden geben.

Ganz besonders traurig war es, dass sich eine bald nach Ostern vorigen Jahres plötzlich auf- tretende geistige Störung des Reallehrers Schwarz so verschlimmerte, dass er nicht nur seinen Unterricht ganz aufgeben musste, sondern dass auch keine Aussicht für eine Wiederaufnahme seiner Thätigkeit vorhanden ist. Die Schule kann das Geschick eines Lehrers, der ihr fast 10 Jahre brav und gewissenhaft gedient hat und ihr unter solchen Umständen entzogen wird, nur tief beklagen.

Einen innigen Anteil nimmt sie ferner an dem Tode des Stadtrats Ritz, der am 17. März d. J. in Göttingen an den Folgen einer Operation starb. Derselbe hat über 10 Jahre von der Errich- tung der Realschule I. O. bis zum vorigen Jahre dem Kuratorium angehört und durch wohlwollende und einsichtsvolle Förderung der Interessen der Anstalt sich ein Anrecht auf bleibende Dankbarkeit derselben erworben.

Die Sommerferien dauerten vom 5. bis 31. Juli, die Herbstferien vom 27. September bis 9. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 5. Januar 1881.

Die Maturitätsprüfung von Michaelis 1880 fand in ihrem schriftlichen Teil vom 12. bis 18. August, in ihrem mündlichen am 4. September statt; die zu Ostern in ihrem schriftlichen Teil vom 7. bis 12. März, in ihrem mündlichen Teil am 4. April, jedesmal unter Vorsitz des Königlichen Kommissarius Herrn Dr. Rumpel.

Wie früher wurde auch in diesem Winter Schülern Gelegenheit gegeben, die griechische Sprache und die Stenographie zu erlernen; den ersteren Kursus leitete Oberlehrer Dr. Siebert, den letz- teren Zeichenlehrer Karbiner.

Am 16. Februar d. J. fand eine Abendunterhaltung im grossen Saal der Schule statt, zu welcher die Eltern unserer Schüler und die Freunde der Anstalt eingeladen worden waren. Auf derselben wurden durch Schüler teils Gesänge, teils Deklamationen, teils Scenen aus klassischen modernen Stücken aufgeführt. Direktor Preime knüpfte an einen Besuch, den er im Juli 1864 bei Schillers jüngster Tochter, der vor einigen Jahren verstorbenen Freifrau von Gleichen-Russwurm gemacht hatte, Mitteilungen über das Leben und Wirken dieser ausgezeichneten Frau, sowie über die andern Kinder Schillers.

Dispensation vom Religionsunterricht wurde von einem Schüler nachgesucht.

Der Prüfung zur Erlangung der Reife für Prima unterzog sich ein Kandidat.

Mit Ostern vorigen Jahres wurde eine zweite Untersekunda und eine zweite Vorschulklasse III errichtet, das Klassenzimmer der letzteren ist ebenso wie das der Parallelklasse III in der Wolfs- schlucht No. 4.

An dem katholischen Religionsunterricht, der bisher den Schülern der Realschule I. u. II. O0. gemeinsam erteilt wurde, nehmen seit Michaelis v. J. auch die Schüler der höheren Gewerbeschule teil.

Am 2. September fand die Sedanfeier in herkömmlicher Weise statt.

Dem Zeichenlehrer Karbiner wurden di⸗ Mittel zum Besuch der Düsseldorfer Kunst- und

Gewerbe-Ausstellung verwilligt.