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VII 4, VIII 21, IX 71, X 78, XII 37), ein Fall, den wir an der ent- sprechenden Stelle des mhd. Textes ebenfalls finden(V. 5134— 35: VIII 21); oder ähnlich:„Ameral— überall“(V. 7239— 40: XII7),„an— kann“(V 22, VI 42, VII 16, VIII 62). Es ist ein eigentümliches Merkmal der Reime in unserem Epos, daß Bernhardi trotz der großen Mannig- faltigkeit der Arten über keinen besonders ausgiebigen Reichtum an ihnen verfügt, so daß stets ein- und dieselben Typen wiederkehren, die, zwar für jede Reimgruppe verschieden, immer vom neuen auf- tauchen. Halten wir uns außer diesem Moment noch vor, was Heynatz in seiner deutschen Sprachlehre vom J. 1777 betreffs der Länge und der Kürze der Vokale in den oben genannten Reimwörtern bemerkt, werden wir derartige Reime wie„an— gewann“ vom Standpunkte der Zeit und Aussprache Bernhardis aus noch als vollkommen reine Reime ansprechen müssen ¹); desgleichen natürlich auch Reime mit den Vokalen 5— e: z. B.„Herz— Erz“(III 40) oder mit den Bindungen 1— 1, 1— 1 in den typischen Vertretern:„Gewinn— hin— dahin— ihn“ (IV 45, V 21, 47, 56; VII 63),„bin— Sinn— hin— dahin“(V 19, 26; VI 17, X 16, 45: XII 8) oder 0— 0, 0— 0:„Gott— gebot— Spott— Not“ (II 48, III 46, IV 20), wo die Unterschiede der Quantität bereits stärker hervortreten; auch Bindungen von u— u, u— u kehren wieder.
5b) Beliebt ist bei unserer Dichterin die KReimbindung von ge- dehnten Silben mit langem Vokal oder Diphthong auf geschärfte, mit kurzen Lauten. Die Erscheinung umfaßt einfache Vokale, Umlaute und Diphthonge; z. B. mit dem a-Laut kehren in etwa 14 Fällen die Keime wieder:„Gras— naß— saß— blaß— vergaß“(I 30, IV 28, 63; VII 19, 58; VIII 14, XI 55, X 14, 61, 81); oder:„vergaßen— verlassen— saßen— Straßen“(IX 50, X 29, XI 23, XII 18). Der Reim„vergaßen— lassen“ XI 23 findet sich auch an der entsprechenden Stelle des mhd. Ge- dichtes: V. 7340— 50.— Fast ebenso häufig sind derartige Bindungen mit dem o-Laut anzutreffen; auch hier fällt die genaue mhd. Ent- sprechung auf, z. B.:„groß— Spielgenoß“ VIII 36, 51(V. 5174— 75, 5062— 63); oder„genoß— freudenlos“(1 6, II 30, V 48).— Bloß in fünf Fällen wird der u-Laut verwendet in KReimen wie:„Gruß— Kuß— muß“(IV 56, VI 57, IX 56, X 44), wogegen der Umlaut ü wieder in einer großen Zahl von Beispielen als Haupttypus die Ver- einigung„grüßen— küssen“ bringt(II 20, III 13, IV 27, VI 50, 58, VII 55, IX 44, 57; X 13, XI 23, 40).— Reime mit dem Diphthong ei wie:„Preis— heiß— Geheiß— weiß— Fleiß“(IV 24, V 2, VI 36, VII 64), werden wir dagegen schon ohneweiters wieder als reine Reime ansprechen, wie ja manche Gegenden in diesen Wörtern das scharfe„B“ überhaupt durch ein einfaches langes„s“ wiedergegeben haben ²).
¹) Vgl. Minor: Metrik S. 392 fl.— Joh. Friedrich Heynatz: Deutsche Sprachlehre zum Gebrauch der Schulen, III. Auflage, Berlin 1777, S. 22—23 ff. ²) Vgl. Heynatz, a. a. O. S. 42.


