Aufsatz 
Über das Alter der roten Konglomerate zwischen Frankenberg und Lollar / von Georg August Philipp Stamm
Entstehung
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bezeichnet, ebenso wie das bei Schreufa und Viermünden. Von Goßfelden aus zieht das Rot- liegende über Michelbach, Ellnhausen, Wehrshausen, Ockershausen, Gisselberg, Niederweimar bis Fronhausen auf dem rechten Ufer der Lahn. Oestlich von Niederweimar folgen die Konglomerate von Ronhausen über Wolfshausen, Bellnhausen, Hassenhausen dem linken Ufer der Lahn bis zum Fuß des Stauffenberges.

In der gesamten eben bezeichneten Gegend fehlt die untere Abteilung des Rotliegenden, das Kohlenrotliegende, wie es im Saar Nahegebiet und noch in der Wetterau auftritt, woselbst an der Nauenburg bei Kaichen über groben Konglomeraten Schieferthone mit Versteinerungen (Walchia piniformis, Callipteris conferta) der Lebacher Schichten auftreten. Die ganze Schichten- folge besteht vielmehr aus lebhaft rot gefärbten, teils festen, teils lockeren Konglomeraten, sowie aus fein-, mittel- und grobkörnigen Sandsteinen, welche in der obersten Zone Dolomite enthalten. Dieser Dolomit tritt größtenteils in Knauern auf; nur an wenigen Stellen bildet er geschlossene, sich dann stets bald wieder auskeilende Bänke.

Das Liegende der Konglomerate bei Frankenberg ist nur an wenigen Stellen auf- geschlossen, so am Hünsterz und an der neuen Ederbrücke. Es ist Kulm, welcher hier als pflanzenführende Grauwacke entwickelt ist. Die Konglomerate sind grob, bestehen aus größeren und kleineren Geschieben von Quarz, Hornstein, Jaspis, Kiesel- und Thonschiefer, Granit, Porphyr und Kalkstein, welche durch ein kalkig-thoniges, eisenreiches Bindemittel ver- kittet sind. An manchen Stellen treten statt der Konglomerate auch feinkörnige rote Sandsteine auf. Man muß sich hüten, alle Konglomerate, welche bei Frankenberg auftreten, zum Rotliegenden zu rechnen. Es gehören nur die unteren Konglomerate hierher d. h. die- jenigen, welche unter den braunen dolomitischen Sandsteinen und den weißen und roten Letten und Kalken des Zechsteins liegen. Die über letzteren liegenden Konglomerate sind jüngeren Alters und stellen, da sie vom Buntsandstein überlagert werden, eine konglomeratische Ent- wickelungsform des oberen Teils des Zechsteins dar.

Die gesamte permische Schichtenfolge ist am deutlichsten am Kall, auf der rechten Seite des Ederthales. Es liegen dort von oben nach unten:

1) Buntsandstein

2) obere Konglomerate 0,2 m.

3) braune dolomitische Sandsteine 6 m.

4) gelbweiße, sandige, plattige Kalke und Dolomite mit zwischengelagerten weißen Letten mit Schizodus, Gervillia und anderen Zechsteinversteinerungen 3 m.

5) Konglomerate bis zur Basis des Aufschlusses 12 m.

Da die unter 4. genannten plattigen Kalke und Dolomite offenbar den unteren Zech- stein d. h. den Zechsteinkalk und Kupferschiefer vertreten, so können die unter 5. ange- führten mächtigen Konglomerate nur dem Rotliegenden angehören. Dagegen gehören die über 4. auftretenden Sandsteine und Konglomerate, wie aus ihrer unmittelbaren Bedeckung durch den Buntsandstein hervorgeht, dem Zechstein an.

Auf der linken Seite des Thaleinschnittes am Kall sind die unteren Konglomerate nicht aufgeschlossen, sondern es treten als unterste Schicht die weißen Letten zu Tage; es müssen also hier durch eine Nord Süd-Verwerfung die Schichten nach Osten mehrere Meter

zum Absinken gebracht sein.