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Von besonderer Wichtigkeit ist der Horizont von Sandsteinen mit Dolomitbänken, Dolomitknollen und Karneolschnüren im obersten Horizont des Oberrotliegenden. Diesen Horizont treffen wir an im Süden der Vogesen, im Becken von Ronchamp, im Westen im Val d'Ajol und in der ganzen Umgegend von St. Dié; er liegt ebenso in den isolierten Bergen südlich von Hochfelde, am Climont und Voyemont, am Ungersberg und am Altenberg; wir finden ihn auch ganz im Norden der Vogesen am Fuße der Burg Windstein im Jäger- thale bei Niederbronn. ¹)
Auf der linken Seite des Rheines tritt das Rotliegende in großer Mächtigkeit im Saar-Nahegebiet auf.
E. Weiß²) unterschied früher in dortigen Rotliegenden von unten nach oben drei Stufen: die Kuseler, die Lebacher Schichten und das obere Rotliegende, von welchen die beiden ersteren als„unteres Rotliegendes“ oder„Kohlenrotliegendes“ bezeichnet werden.
In neuerer Zeit hat Weißz) im Saar- und Rheingebiet eine Zweiteilung des Rot- liegenden befürwortet. Er trennt ein unteres Rotliegendes mit den unteren Kuseler(I. Stufe), oberen Kuseler(II. Stufe), Lebacher(III. Stufe), Tholeyer(IV. Stufe) und Sötener Schichten (V. Stufe) von einem Oberrotliegenden mit der Waderner und Kreuznacher Stufe.
Ebenso unterscheiden Beneke und Werveké4) in den Vogesen nur zwei rotliegende Abteilungen, da sie ein mittleres Rotliegendes, den Lebacher Schichten entsprechend, nicht in genügend sicherer Weise umgrenzen können.
Die Kuseler Schichten bestehen aus roten und grauen Sandsteinen und bunten Schiefer- letten, in welchen sich 2— 5 Kalksteinbänke mit Fischresten finden, während die übrigen Schichten stellenweise Pflanzenreste führen. Außerdem enthalten diese Schichten an mehreren Orten schwache Kohlenflötze. Die Lebacher Schichten enthalten an ihrer Basis gelbbraune feinkörnige Sandsteine, dann schwarze Thonschiefer. In diesen Schiefern liegen die sog. „Lebacher Erze“, linsenförmige Konkretionen von Thoneisenstein, in welchen häufig Fischreste aus den Gattungen Amblypterus, Rhabdolepis und Palaeoniscus eingeschlossen sind; ebenso Reste von Walchia piniformis und filiciformis und Alethopteris.
Die Lebacher Schichten werden durch gewaltige Melaphyrströme überdeckt, welche während der Ablagerung obiger Schichten zum Ausbruch gelangten. Da in der Grenzzone zwischen dem unteren und oberen Rotliegenden ziemlich konstant Melaphyrströme lagern, so bezeichnet Weiß diese Melaphyrdecken als„Grenzmelaphyre.“
Das Oberrotliegende, die Waderner und Kreuznacher Schichten bestehen zum großen Teil aus den zerstörten Eruptionsprodukten der vorhergehenden Zeitabschnitte und wesentlich aus lebhaft rot gefärbten Konglomeraten. In der Nähe zwischen dem Oberrotliegenden und dem Buntsandstein liegt eine Einlagerung von dolomitischen Sandsteinbänken oder von Knollen
¹) R. Lepsius, Uber den Buntsandstein in den Vogesen, seine Zusammensetzung und Lagerung, in Zeitschr. deutsch. geol. Gesellschaft 27 Bd. p. 86— 89. Berlin 1875.
²2) R. Lepsius, Geologie von Deutschland. p. 153.
³) Weiß, Erläuterung zu Blatt Lebach der geol. Spezialkarte von Preußen und Thüring. Staaten. Berlin 1889. Vorwort.
4⁴) Beneke und Werveke, TIber das Rotliegende der Vogesen. p. 91.


