Aufsatz 
Über das Alter der roten Konglomerate zwischen Frankenberg und Lollar / von Georg August Philipp Stamm
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Am Ostrande des rheinischen Schiefergebirges, von Frankenberg die Eder entlang bis Battenberg und von hier in südlicher Richtung bis zum Stauffenberg bei Lollar(Gießen), lagern über dem alten Gebirge und unter dem Buntsandstein rote Konglomerate, in einer Ausdehnung bis zu 3 km. Breite. Dieselben sind an einigen Stellen nur wenige Meter mächtig, während sie an anderen eine Mächtigkeit bis mehr als 50 m. erreichen.

Die Konglomerate sind meist grob, bestehen aus größeren und kleineren Geschieben von Quarz, Hornstein, Quarzit, Jaspis, Kiesel- und Thonschiefer, Granit, Porphyr und Kalkstein, welche durch ein kalkig-thoniges, eisenreiches Bindemittel verkittet sind. An manchen Stellen treten statt der Konglomerate auch feinkörnige rote Sandsteine auf.

Die Stellung dieser Konglomerate in der geologischen Schichtenfolge ist bis jetzt noch zweifelhaft, da dieselben von den einen Geologen zum Rotliegenden, von anderen zum Zechstein und von noch anderen zum Buntsandstein gerechnet werden.

Vorliegende Arbeit soll sich mit diesem Konglomerate beschäftigen und versuchen, demselben einen festen Platz in der geologischen Schichtenfolge anzuweisen.

Ehe ich meine eigenen Untersuchungen bespreche, will ich die über jene Konglomerate bis jetzt veröffentlichten Notizen chronologisch zusammenstellen.

Auf der von D. Wölter 1842 herausgegebenen geognostischen Wandkarte von Deutschland, zu welcher eine Beschreibung nicht existiert, ist die ganze Gegend zwischen Frankenberg und Battenberg auf dem rechten Ufer der Eder von da über Marburg bis Lollar dem Buntsandstein zugerechnet worden. Westlich von Marburg, etwa in der Gegend von Michelbach, findet sich auf derselben in geringer Ausdehnung Zechstein angegeben, welchem sich weiter westlich ein ebenso geringes Vorkommen von Rotliegendem anreiht.

Schwarzenberg rechnet auf der im Jahre 1853 veröffentlichten geognostischen Karte von Kurhessen die Gesteine der genannten Gegend, sowie das linke Ufer der Eder zwischen Battenberg und Frankenberg bis Rodenbach, mit Ausnahme der Gegend zwischen Haine und Röddenau, ebenfalls zum Buntsandstein, gibt aber in seiner Beschreibung an, daß diese Schichten von den meisten Geognosten für Rotliegendes gehalten würden.