Gegenwart mit der Vergangenheit aber zeigt uns, dass die neue Schöpfung mehr ist, als eine blosse Wiederherstellung früherer Zustände. Während die nie erreichten Ansprüche der alten Kaiserkrone häufig zu blutigen Verwicklungen führten und die Stärke Deutschlands zersplitterten, ist die neue Krone eine solche, welche die Kraft der Nation unter der Herrschaft der gesetzlichen Ordnung und des Rechts zu friedlicher Arbeit sammelt und dadurch den ruhigen Bestand und die stetige Fort- entwicklung des deutschen Reiches verbürgt. Hat doch der Kaiser bei der Übernahme der Krone die friedliche Bestimmung des neuen deutschen Reichs feierlich vor aller Welt in den deutlichen Worten verkündigt:„Uns aber und unseren Nachfolgern in der Kaiserkrone wolle Gott verleihen allezeit Mehrer des deutschen Reiches zu sein, nicht in kriegerischen Eroberungen, sondern in den Werken des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung.“ Blicken wir auf diese Vorzüge der Gegenwart und vergessen wir dabei nicht, dass Deutschland unter dem Schutz seines mäüchtigen Schirmherrn mit grösserer Ruhe und Zuversicht als jemals früher etwaigen Ver- wicklungen der Zukunft entgegensehen darf, so müssen wir, wenn wir unser Auge nicht durch kleinliche Tagesinteressen trüben lassen, mit dankbarer und stolzer Freude anerkennen und gestehen, dass unsere Zeit den Vergleich auch mit den ruhmvollsten Zeiten der Vergangenheit nicht zu scheuen braucht. Und so können wir auch mit gutem Grunde die Hoffnung festhalten,„dass es der deutschen Nation gegeben sein möge, unter dem Wahrzeichen ihrer alten Herrlichkeit das Vaterland einer segensreichen Zukunft entgegenzuführen.“ Möchte es unter allen denen, die be- rufen sind an dieser hohen Aufgabe mitzuarbeiten, nie an Männern fehlen, welche bei gleicher Hin- gabe an das Vaterland von ebenso tüchtiger Gesinnung und ebenso reiner Herzensfrömmighkeit er- füllt sind als Walther von der Vogelweide!
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