Aufsatz 
Die Lorelei / von Adolf Seyberth
Entstehung
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Am 5. Juni wurden von den Schülern aller Claſſen in Begleitung der Lehrer gemein⸗ ſchaftliche Spaziergänge, mit Ausſetzung des Nachmittags⸗Unterrichts, unternommen.

Am 24. Juli wurde das hohe Geburtsfeſt Seiner Hoheit des Herzogs in gewohnter Weiſe feierlich begangen. Collaborator Weldert hielt die Feſtrede und gab in derſelben nach einem kurzen Ueberblicke über die geſchichtliche Entwickelung des Turnens eine Zuſammenſtellung der gegenwärtigen Anſichten über die beſte Einrichtung des Schulturnunterrichts.

Am Schluſſe des Sommerſemeſters beſtand die Maturitätsprüfung der Primaner Wilhelm Winter aus Wiesbaden.

Am 11. u. 12. September wurden die Herbſtprüfungen in herkömmlicher Weiſe vorgenommen.

Die Herbſtferien, welche wegen umfangreicher baulicher Reparaturen im Gymnaſialgebäude um drei Tage perlängert werden mußten, dauerten vom 13. September bis zum 14. October.

Vor dem Beginne des Winterſemeſters waren zur Aufnahme in das Gymnaſium ange⸗ meldet 8 Schüler, von welchen 1, auf den Grund eines Abgangszeugniſſes des Gymnaſiums zu Weilburg, in die III., die übrigen, nach dem Ergebniſſe der am 15. October vorgenommenen Prüfung, in die ihren Kenntniſſen entſprechenden Claſſen und zwar 1 in die I. b, 1 in die II. a, 2 in die II. b, 2 in die IV. und 1 in die V. aufgenommen wurden.

Am 16. October wurde das Winterſemeſter in feierlicher Verſammlung der Lehrer und Schüler in der Aula durch den Unterzeichneten, welcher gleichzeitig in ſein neues Amt eintrat, mit Gebet und Anrede eröffnet, und am folgenden Tage begann in allen Claſſen der Unterricht.

Am 3. November ſchloſſen ſich die Lehrer und Schüler des Gymnaſiums dem zur Einholung der Kinderglocke der neuen evangeliſchen Kirche angeordneten Feſtzuge der ſämmtlichen Schulen und Lehranſtalten der Stadt an.

Am 13. November betheiligte ſich das Gymnaſium an der feſtlichen Einweihung der neuen evangeliſchen Stadtkirche, nach Maßgabe des über dieſe Feierlichkeit erſchienenen Programmes.

Am 18. November geleiteten Lehrer und Schüler die Leiche des Profeſſor Schmitt⸗ henner, eines um das Gymnaſium ſehr verdienten Lehrers, der ſich erſt vor wenigen Jahren wegen angegriffener Geſundheit aus einem ſegensreichen Wirkungskreiſe zurückgezogen hatte, zur letzten Ruheſtätte, an welcher die von dem Herrn Kirchenrath Dietz geſprochene Grabrede auf die zahlreich verſammelten Schüler und Freunde des Verewigten einen tiefen Eindruck hervor⸗ brachte. Am 24. November veranſtaltete das Gymnaſium in der Aula unter zahlreicher Theil⸗ nahme des Publicums dem verewigten Lehrer eine Gedächtnißfeier, bei welcher der Senior des Lehrercollegiums, Herr Profeſſor Dr. Cuntz, der viele Jahre hindurch Amtsgenoſſe des Hin⸗ geſchiedenen geweſen war, in ausführlicher und tiefempfundener Rede die großen Verdienſte des⸗ ſelben um das Gymnaſium als Lehrer und Erzieher ſchilderte und von dem edlen Charakter und der vortrefflichen Perſönlichkeit des Verewigten ein treues Bild entwarf. Die Anſtalt wird dem hingeſchiedenen Ehrenmanne ſtets eine fromme Erinnerung weihen! Friede ſeiner Aſche.

Die Weihnachtsferien wurden wegen des damals hier herrſchenden Scharlachfiebers um acht Tage verlängert und dauerten vom 24. December bis zum 5. Januar.

Die diesjährige Maturitätsprüfung, zu welcher ſich 7 Primaner gemeldet hatten, fand in ihrem ſchriftlichen Theile am 3. 4. 5. und 6. Februar ſtatt. Das Ergebniß der Prüfung wird im nächſten Oſterprogramme bekannt gemacht werden..