8— 29— 1 malige, übrigens auch faſt völlig devaſtirte Turnplatz mußte wegen zu großer Entfernung von der Stadt, aus welcher ſehr erhebliche Uebelſtände hervorgegangen waren, aufgegeben werden; die im Hofe des Gymnaſialgebäudes im verfloſſenen Frühjahre angelegte proviſoriſche Turnſtätte iſt ſo beſchränkt, daß auf ihr nur wenige Schüler gleichzeitig turnen können und hat noch andere Uebelſtände, welche es nicht rathſam erſcheinen laſſen, dieſelbe für die Folge auch nur als Noth⸗ behelf für die Betreibung von Turnübungen beizubehalten. Das Gymnaſium, welches auch nicht einmal einen eigenen Spielplatz beſitzt, ein Mangel, welchem ſich örtlicher Hinderniſſe wegen ſchwerlich jemals abhelfen laſſen wird, hat kaum ein dringenderes Bedürfniß als die Gewinnung eines in unmittelbarer Nähe der Stadt und in möglichſt geringer Entfernung von dem Gymnaſialgebäude ge⸗ legenen Turnplatzes, auf welchem auch eine Turnhalle zu errichten ſein wird, in welcher die körperlichen Uebungen ſowohl im Winter als auch bei ungünſtiger Witterung im Sommer be⸗ trieben werden können. Zur Gewinnung eines ſolchen Turnplatzes ſind durch die Fürſorge Her⸗ zoglicher Landesregierung bereits ſeit dem Beginne des Winterſemeſters Verhandlungen gepflogen worden und es ſteht zu hoffen, daß dieſelben in erfreulicher Weiſe zu ihrem Ziele gelangen werden.
Daß die körperlichen Uebungen der Schüler während des Winterſemeſters nicht gänzlich aus⸗ geſetzt werden mußten, verdankt das Gymnaſium der ſehr dankenswerthen Güte des Herrn Oberſten Grafen von Gneiſenau, Commandeur des 2. Infanterie⸗Regimentes, welcher unſerer Anſtalt die Vornahme von Turnübungen in der ſehr geräumigen und wohleingerichteten Turnhalle des Regiments mit freundlicher Bereitwilligkeit geſtattete.
2. Ueberſicht der im Schuljahre 18*³6, behandelten Lehrgegenſtände.
III. Cl. wöch. 2 St. Leſen und Erklären poetiſcher
A. Sprachunterricht. und proſaiſcher Stücke aus Spieß Leſebuch.
1. Deutſche Sprache. Declamation. Aufſätze. Otto, Conrector. VII. Cl. wöch. 4 St. Die Leſeſtücke aus Wacker⸗ II. Cl. woch. 2 St. Leſen und Erllären proſaiſcher nagels Leſebuch, Thl. I, wurden größtentheils und poetiſcher Stücke, der Luiſe von Voß, des
Wilhelm Tell. Declamation. Wichtige Namen
geleſen und erklärt, diepoetiſchen memorirt. Einiges er und Jahre der Geſchichte der deutſchen Literatur.
von den Wortarten und dem einfachen Satze.
Wöchentlich ein Aufſatz oder eine orthographiſche Themata der deutſchen Aufſätze, von denen mehrere Uebung. Schmitthenner, Collaborator. unter Aufſicht in der Schule geſchrieben wurden: VI. Cl. wöch. 3 St. Aus Wackernagels Leſe⸗ 1) Ein Frühlingstag auf dem Lande. 2) Die buch, Thl. II, wurden proſaiſche und poetiſche Folgen der Erfindung der Buchdruckerkunſt. 3) Stücke geleſen und erklärt. Daran knüpfte ſich Einladungsbrief an einen Freund. 4) Die Sonne freies Wiedererzählen, die Lehre vom zu⸗ erzählt, was ſie an einem Tage geſehen hat. 5)
Die Weinleſe. 6) Ueber den Einfluß einer unter
ſammengeſetzten Satze, Interpunctionslehre, Decla⸗ Entbehrungen verlebten Jugend. 7) Erinnerung
mationsübungen, Aufſätze. Bogler, Conrector.
V. Cl. wöch. 2 St. Leſen und Erklären poctiſcher und Hoffnung. 8) Der Segen des Fleißes. 9) und proſaiſcher Stücke aus Wackernagels Leſe⸗ Die Schlacht bei Haſtings.(Stoff im franzöſ. buch, Thl. III. Ausgewählte Gedichte wurden Leſebuche.) 10) Wie ich die Oſterferien zu ver⸗ memorirt. Aufſätze. Weldert, Collaborator. leben denke, ein Brief. Lüdecking, Profeſſor.
IV. Cl. wöch. 2 St. Leſen und Erklären poetiſcher I. Cl. wöch. 4 St. im Sommer, 3 St. im Winter. und proſaiſcher Stücke aus Spieß's Leſebuch.. Leſung und Erklärung von Schiller's Wallen⸗ Aufſätze, metriſche Uebungen, Memoriren und ſtein. Literaturgeſchichte nach Piſchon's Leit⸗
Declamiren. Seyberth, Conrector. faden: Nach einer allgemeinen Einleitung und


