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Zur Einführung.
Du den mannigfachen Wiſſensgebieten, die als Unterrichtsgegen⸗ ſtände Eintritt in die Schule heiſchen, gehört auch die Bürgerkunde. Nicht ſo laut freilich erſchallt zur Zeit noch der Ruf nach Bürgerkunde als etwa der nach der ſexuellen Aufklärung, aus dem einfachen Grunde vielleicht, weil bei der Bürgerkunde das weibliche Gemüt nicht mitſpricht.
Um ſo zäher wird die Forderung feſtgehalten werden, ſie wird nicht wieder verſchwinden, ſie wird weitere Kreiſe gewinnen. Wie ſehr der Rufſatz des Landgerichtsrates Dr. Hlock über Staats⸗ und Rechts⸗ kunde in unſeren Schulen in der deutſchen Juriſtenzeitung, September⸗ heft 1905, einſchlug, zeigt ſein Abdruck in politiſchen Tageszeitungen und die Polemik, die ſich in den Südweſtdeutſchen Schulblättern daran knüpfte(1905 Nr. 9 und 10, 1908 Nr. 3).
Wie dann aus der Preſſe die Forderung in die geſetzgebenden
gt der Antrag Dr. Voller und Genoſſen in der Sitzung der Hamburger Bürgerſchaft vom 8. Januar 1908:„Die Bürgerſchaft erſucht den Senat um Vorlage eines Geſetzes, durch
Körperſchaften übergreift, zeig
welches der ſtaatsbürgerliche Unterricht als notwendiger Teil des Lehr⸗ planes in allen Schulen, Vorſchulen ausgenommen, von der Volksſchule beginnend, eingeführt wird.“ Die geiſtige Bewegung, die dieſer Antrag hervorrief, erhellt auch aus den Vorträgen und Diskuſſionen über dieſes Thema im Verein der Oberlehrer an den höheren Staatsſchulen Hamburgs und in der Ortsgruppe Hamburg des deutſchen Gymnaſial⸗ vereins.— Blätter für höheres Schulweſen 1908 Nr. 30 und Humaniſt. Gymnaſium 1908, Beft VI.
Bemerkt ſei übrigens, daß wir in den Fortbildungsſchulen Heſſens ſchon ſeit über drei Jahrzehnten einen ſtaatsbürgerlichen Unterricht haben und zwei treffliche Leitfäden hierfür von Lehrer Valentin Funk und Miniſterialſekretär de Beauclair, denen ſich ſoeben das Beſſiſche Bürgerbuch anreiht.
Dr. Seidenberger, Bürgerkunde. 1


