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Katholische Religion. 2 St. Böhm. S. Quinta.
Deutsch. 4 St. Winneberger. 1. Lesen: Namentlich die Erzühlungen aus Sage und Geschichte des Altertums von Paldamus, Lesebuch, 2. Teil, wurden gelesen, besprochen und in Frage und Antwort oder auch in zusammenhängender Erzühlung von den Schülern wieder- holt. Besondere Aufmerksamkeit wurden den Deklamationsübungen gewidmet, um die Schüler in richtiger Satzbetonung und angemessener Vortragsweise zu üben. 12 Gedichte wurden memoriert. 2. Schriftliche Wbungen: Es wurden wöchentliche Diktate geschrieben, teils zu- sammenhängenden Inhalts, teils in Sätzen über die§S 3— 20 des Regelbuchs und Wörter- verzeichnisses für die Rechtschreibung. Die vorkommenden Wörter wurden vorher durch- genommen, erklärt, in Sätzen und durch Abschreiben geübt.— Im Winter wurden 5 Aufsätze nach Form und Inhalt wohl vorbereitet und ins Reinheft geschrieben. 3. Grammatik: Das Wesentlichste aus Wort- und Satzlehre wurde an zahlreichen Beispielen geübt: Starke, schwache und gemischte Konjugation, Unterscheidung der drei Zeitstufen; starke, schwache und gemischte Deklination; Wortarten, Substantiv(auch Infinitiv des Verbs), Adjektiv(auch Particip des Verbs). Pronomina und Präpositionen(namentlich mit Rücksicht auf das Französische); Satzglieder, be- sonders Subjekt, Prädikat und Objekt(dabei Unterschied transitiver und intransitiver Verba).
Französisch. 8. St. Winneberger. In einem methodischen, sehr langsam fort- schreitenden Vorbereitungskurs wurde die Aussprache der französischen Laute geübt(Kurze Vokale, verlängerte Vokale, Nasallaute, Diphthonge, Doppelkonsonanten, die schwereren Laute j, g. ch und c und schließlich die sog. mouillierten Laute). Der Laut wurde gegeben; dazu zugleich eine Anzahl Wörter mit demselben, und aus diesen wurden sofort Sätze gebildet. Diese wurden dann ins Deutsche übersetzt, sie selbst oder ähnliche wieder ins Französische zurück, bessere Schüler wurden angehalten, eigene Sätze zu bilden, andere sprachen sie nach, übersetzten oder schrieben sie an die Wandtafel, kur⸗z alles zielte darauf ab, daß der Schüler am Ende den betreffenden Laut fest im Gehör haben und imstande sein sollte, denselben richtig schriftlich wiederzugeben. Als grammatisches Pensum war damit verbunden und stufenmäßig eigefügt: Der bestimmte und unbestimmte Artikel; das Substantiv in allen 4 Casus, die regelmäßige Pluralbildung und der Plural auf X; das Adjektiv in seiner Pluralbildung und Motion; vom Verbum zunächst nur die Präsentia, Imperfekta und Futura von avoir und éêtre, auch in Ver- bindung mit dem Participe passé regelmäßiger und unregelmäßiger Verben; das verbundene per- sönliche Pronomen, das Possessiv- und Demonstrativpronomen; der Partitiv; wichtige oft gebrauchte Prüpositionen; die regelmäßige Wortstellung, Fragebildung und Negation.— Der Unterricht schloß sich an das Lehrbuch von Scholderer an, in welchem bis zu§ 34 vorgegangen wurde. Die Schüler lernten zu Hause Vokabeln, schrieben Sätze aus dem Lehrbuch ab, übersetzten oder retrovertierten solche und fertigten kleine schriftliche Aufgaben an. Seit den Sommerferien wurden auch wöchentliche Extemporalien, halb Übersetzungen, halb Diktate, ins Reinheft geschrieben.
Geschichte. 1 St. Pietzsch. Im Sommer: Geschichten von Herkmules; Theseus,
Argonautenzug, Trojanischer Krieg, Irrfahrten des Odysseus. Im Winter: Die Nibelungen, Gudrun und einige kleinere deutsche Sagen.
Geographie. 2 St. Morin. Heimatskunde und Erläuterung der geographischen Begriffe. (Das Wichtigste von Kirchhoff, Schulgeographie, I, 1— 31.) Globuslehre(vgl. Kirchhoff, Schul-


