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stand gefunden. Als der kühne Graf Burkhard 911 auf einem öffentlichen Tage die Anerkennung der an- gemassten Herzogswürde durchsetzen wollte, fiel er unter einem wilden Volksgetümmel; sein Bruder Adalbert ſand bald darauf ebenfalls seinen Tod, seine Söhne wurden des Landes verwiesen, seine Familiengüter eingezogen²). Durch das traurige Geschick Burkhard'’s nicht gewarnt, verfolgten bald nachher denselben Zweck die Brüder Erchanger ²) und Berthold, die Kammerboten*). Die vorzüglichste Obliegenheit dieser Beamten bestand in der Verwaltung der Kammereinkünfte oder der Krongüter; von diesen genossen sie, als Belohnung ihrer Bemühungen, nicht unbedeutende Vortheile und sie betrachteten darum auch eximirende Vergabungen in geistliche Hände als einen Eingriff in ihre Rechte. Schon unter Arnulfs Regierung entzündete
Abte Grimald erzogen wurde, den Unterricht des gelehrten Mönches Iso(Ekkehard ap. Pertz II, 92). Von da kam er an den Hof König Ludwig's II, des Deutschen, der ihm sein ganzes Vertrauen schenkte und ihn bei allen wichtigen Regierungshandlungen zu Rathe zog. Dieselbe einflussreiche Stellung behauptete der hochgebildete, gewandte und liebenswürdige Mann auch unter Lndwig's vier nächsten Nachfolgern, den Königen Karl dem Dicken, Arnulf, Ludwig dem Kinde und Konrad I., und überhaupt war unter den Prälaten jener Zeit ausser etwa dem berühm- ten Erzbischofe Hatto von Mainz keiner, der als Staatsmann einen so weitreichenden Einfluss behauptet hätte Zwischen Hatto und Salomo herrschte übrigens keinerlei Eifersucht, sondern beide ausgezeichnete Männer waren in Achtung und Liebe mit einander verbunden. Von der Thätigkeit, welche Salomo als Hofcapellan und Canzler der Könige entfaltete, zeugen unter Anderem eine Reihe von Urkunden aus den Jahren 885— 918, welche von Neugart in seinem Codex diplom. Alemanniae etc. Index p. 34 gesammelt sind. Aus einer in'diesem Werke n. 673 aufgenommenen letztwilligen Verfügung Salomo's(si de acie non remearet) ergiht sich, dass auch kriegerische Thätigkeit dem unermüdeten Manne nicht fremd war. Ausser seiner Bischofswürde war er auch noch Abt in Reichenau, St. Gallen und vielen andern Abteien, und die Freigebigkeit der Könige ermüdete nicht, die Dienste des unentbehrlichen Rathgebers reichlich zu belohnen. Noch sei erwähnt, dass der hervorragende Mann sich auch um die Wissenschaften grosse Verdienste erwarb. Seinen Namen trägt das berühmte, für die Culturge- schichte jener Zeit höchst wichtige encyklopädische Wörterbuch von St. Gallen(Glossae Salomonis), über welches sich bei Hoffmann(Ahd. Glossen 1 Sammlung Breslau 1826 S. XX) und Graff(Diutisca 3, 411) nähere Aufschlüsse finden. Auch als lateinischer Dichter erregte Salomo die Bewunderung seiner Zeitgenossen und bei den Wettgesängen am Hofe der Könige vermochten es ihm Wenige gleichzuthun(Ekkehard IV. ap. Pertz II, 92). Zwei seiner im elegischen Versmasse verfassten Gedichte, von welchen das eine die Unfälle seiner Zeit, das andere den Tod seines Bruders beklagt, enthält Canis. Lect. antiq. ed. Basn. T. 2 pars 2 p. 239— 249. Al⸗ Zeugniss seines gefühlvollen Herzens mögen einige Verse aus dem letztgenannten Gedichte hier eine Stelle finden: Dum frater vixit, quidquid me durius ursit, Insinuans illi hoc levius habui. Hic mihi portus erat, mens huc mea se referebat, Gum mare iactaret meque salum quateret. Hic baculus lasso fuit, hic medicamen et aegro, Istic dum viguit, nil mihi triste fuit.
1) Annal. Alam. a. 911(Pertz I, 55). Herm. Contr. a. 911. 2) Die letzte Silbe dieses Namens ist lang auszusprechen.
3) Das Amt der Kammerboten(nuntii camerae) war wahrscheinlich, wie auch Stälin(I, 339) vermuthet, dem Ursprunge nach dasselbe mit dem der Sendboten. Bemerkenswerth ist übrigens, dass dieser Titel nur bei einem einzigen Schriftsteller vorkommt und zwar bei Ekkehard IV.(Pertz II, 83), der ihn ausser den genannten beiden Brüdern nur noch zwei anderen Grossen, Adalbert und Werinher, und zwar für Franken beilegt.
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