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Aus gleicher hochherziger und dankbarer Geſinnung habe ein anderer früherer Schüler die Summe von 1000 Mk. zur Ausſchmückung beider Schulen geſpendet. Auch von einer großen Zahl ſonſtiger Schüler und Freunde ſeien kleinere und größere Beträge zur Beſtreitung der Koſten des Feſtes geſtiftet worden, wofür er den herzlichſten Dank ausſpreche. In warmen Worten gedachte dann Herr Direktor Kemmer eines kurz vorher verſtorbenen hervorragenden einſtigen Realſchülers, indem er ſagte: „Nicht verſagen kann ich es mir, eines Schülers hier zu gedenken, der noch vor wenigen Wochen als Mitglied des Feſtausſchuſſes ſeinen Namen unter die Einladung zur Feſtfeier ſchrieb und kurz darauf aus ſeinem arbeitsvollen und an Erfolgen ſo reichen Leben abberufen worden iſt. Was der Geh. Kommerzienrat Stephan Karl Michel für ſeine Vater⸗ ſtadt Mainz, für unſer engeres Heſſenland und für das ganze deutſche Vaterland gewirkt und geſchaffen, das iſt mit unvergänglichen Lettern in das goldene Buch der Stadt Mainz eingeſchrieben und ſichert ihm allzeit einen Ehrenplatz unter den großen Männern dieſer Stadt.“
Hiernach kam Redner auf denjenigen der früheren Direktoren der Anſtalt zu reden, welcher in der Geſchichte derſelben am bedeutungs⸗ vollſten hervortritt, und welcher der Realſchule 28 Jahre mit unvergleich⸗ lichem Geſchick vorgeſtanden hat: Dr. Friedrich Schödler. Dieſer habe nicht nur die Hauptphaſen ihrer langen Entwicklung und Ausgeſtaltung mit ſicherer Hand geleitet, ſondern auch als Mann tiefer wiſſenſchaftlicher Bildung, begabt mit reichen, ungewöhnlichen Kenntniſſen, ausgeſtattet mit einer großen, pädagogiſchen Erfahrung und Lehrgabe, in langjähriger litterariſcher Tätigkeit zur Ausbreitung naturwiſſenſchaftlicher Kenntniſſe nicht nur in den Kreiſen der Gebildeten, ſondern auch in die tiefen Volksſchichten hinein weſentlich beigetragen. Namentlich habe er durch ſein weithin bekannt gewordenes„Buch der Natur“ eine ſehr große Zahl von Schülern gelehrt, wie wir in dem wirklichen ewig aufgeſchlagenen Buch der Natur zu leſen und zu lernen haben, um ſo die Rätſel der Schöpfung zu entziffern, ihre Geheimniſſe zu erforſchen und ihre Kräfte zum Wohle der Menſchheit uns dienſtbar zu machen; gerade Schödler ſei ein glänzender Beweis dafür, daß naturwiſſenſchaftliche Kenntniſſe nicht, wie früher ſo oft behauptet worden, zum Materialismus und zur Genußſucht führen, ſondern zu lernſtem Streben nach unvergänglichen, idealen Zielen. Darum möge dem Verſtorbenen heute ein Kranz dank⸗ barer Erinnerung auf das Grab gelegt werden. Neben Schödler wurde noch beſonders dankbar des vorletzten Leiters der Anſtalt, des Geh. Schul⸗ rats Dr. Friedrich Schön, jetzt in Wiesbaden lebend, als desjenigen tatkräftigen Mannes gedacht, welcher der Schule nicht nur am zweit⸗ längſten vorgeſtanden, ſondern auch ihre Entwicklung und ihren ganzen


