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Jünglingen nicht bekannt werden, da ſich doch der Geiſt und die Denkungsart unſerer Zeit in ihren Gedichten ausprägt? Aber außerdem haben ihre Gedichte auch poeti⸗ ſchen Werth; iſt doch erſt neuerer Zeit die Romanzenpoeſie zu ihrer jetzigen Ausbil⸗ dung gelangt durch Tieck, die Brüder Schlegel, ſodann durch Uhland, G. Schwab, J. Kerner, W. Müller, v. Chamiſſo, A. Grün, Simock, Vogl, Seid! u. A.; und wer wollte den Werth Rückert's, oder Lenau', oder Freiligrath's, die weniger dieſen Zweig der Poeſie behandelt haben, in Abrede. ſtellen? Und wenn auch nicht alle Producte dieſer Dichter zur Lectüre auf Gymna⸗ ſien geeignet ſind, da manche für das Verſtändniß der Jünglinge noch zu hoch ſind, ſo wird doch das Leſen der leichter verſtändlichen Gedichte dieſer, ſowie der Dichter überhaupt, Anleitung geben und anregen zur Fortſetzung ihres Studiums.
Iſt aber dieſe Luſt einmal erregt worden, auch fernerhin ſich mit der Lectüre der Dichter zu beſchäftigen, ſo iſt der Zweck des Gymnaſiums auch von der Seite erreicht, und der Sinn für das Schöne wird dem Jünglinge das künftig werden, was er Jedem ſein ſoll, ein treuer Begleiter durch das Leben, der ſtets bereit iſt, das Herz zu erfreuen und zu edlen Regungen zu ſtimmen, das Gemüth zu erheben und zu begeiſtern zu allem Schönen, Erhabenen und Guten.
Drei⸗ und viermal beglückt iſt der Sterbliche, welcher die Weisheit Sich zur Führerin wählt, und zur Gefährtin die Kunſt! Würde verleiht die Eine dem Leben, und Freude die Andre, Jene ſichert den Schritt, dieſe verſchönert den Pfad. . Manſo.


