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Welche Beziehungen können am Reformrealgymnasium zwischen dem Englischen und Lateinischen hergestellt werden?
Ein Beitrag zur Konzentration im Sprachunterricht.
Vorwort.
In Erwägung, daſs an den Reformschulen, in denen dem Französischen das Lateinische, diesem das Griechische bez. Englische folgt, im grammatischen Unterricht in erhöhtem Maſse die von den Lehrplänen(Seite 43) geforderte„Anknüpfung an die anderen von den Schülern erlernten Sprachen“ zu erfolgen habe, sind die sogenannten Parallelgrammatiken des Lateinischen, Griechischen, Deutschen und Französischen von Reinhardt und Wulff, von Reinhardt und Roemer, von Prigge und von Banner entstanden. Da der Schüler erst in Unter-Tertia an das Latein, mit reiferem Verstande noch in Unter-Sekunda an das Griechische oder Englische (Frankfurter System) herantritt, kann weit mehr als an den Nicht-Reformschulen ein ver- gleichendes Lernen eintreten und dadurch bei kürzerer Unterrichtsdauer das gleiche Ziel er- reicht werden.*)
Auf dieses verknüpfende Lernen wird also ganz besonders auch der Neuphilologe Wert, zu legen haben, der am Reformrealgymnasium nach Frankfurter System das Englische zu lehren hat. Dadurch, daſs er bei der grammatischen Belehrung Fäden vom Englischen zu der Muttersprache, zum Französischen und auch zum Lateinischen hinüberspinnt, daſs er seine Schüler auf Khnlichkeiten und auch auf Abweichungen in diesen Sprachen aufmerksam macht oder sie besser diese Ahnlichkeiten und Verschiedenheiten selbst finden lälßst, wird er nicht nur den englischen Unterricht selbst erheblich fördern, sondern auch die Kenntnisse der Schüler im Lateinischen und Französischen befestigen helfen und so zur Konzentration des Sprach- unterrichts wesentlich beitragen.**)
In erster Linie wird im grammatischen Unterricht des Englischen natürlich auf die Muttersprache und das Französische hinzuweisen sein. Da hierüber bereits eine Abhandlung von H. Sachs(Ober Konzentration im neusprachlich-grammatischen Unterricht, Programm der Königl. Berger-Oberrealschule zu Posen, 1902) erschienen ist, gehe ich im Folgenden
*) Man vergleiche die anregende Broschüre von G. Michaelis:„Welche Förderung kann der lateinische Unterricht an Reformschulen durch das Französische erfahren?“ Marburg, Elwert, 1902. **) Auch Walter in seiner lehrreichen Schrift„Englisch nach dem Frankfurter Reformplan“, Marburg, Elwert, 1900 empfiehlt derartige Vergleichungen(S. 126/27). 1*


