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Seinigen großes Unheil bringen könne.“) Der Stadt Wien beſtätigte und erneuerte er nicht Kaiſer Friedrich verliehenen Rechte und Freiheiten, ſondern fügte auch noch neue hinzu und erklärte, daß er die Stadt in ſeinen und des Reiches beſonderen Schutz nehme, da ſie in einer Zeit, wo ſo Mancher in ſeiner Geſinnung geſchwankt habe und die Gefahr ſo drohend geweſen ſei, aufs glänzendſte ihre Treue bewährt und die Oberherrlichkeit des Reiches jeder andern Ausſicht, durch welche ihr lockende Vortheile ſich dargeboten, vorgezogen habe.*)
Gegen zwei bedeutende Gegner, welche Rudolf in Oeſterreich hatte, entwickelte er in jener Zeit, wo ſeine Lage höchſt bedenklich war, eine ſehr energiſche und erfolgreiche Thätigkeit. Der eine derſelben war Heinrich von Chunring, der Jüngere, Marſchall von Oeſterreich, welchen Rudolf bei ſeinem erſten Feldzuge nach Oeſterreich, obgleich derſelbe mit Ottokar's natuürlicher Tochter Agnes verheirathet war und für die Sache ſeines Schwiegervaters großen Eifer bewieſen hatte, gleichwohl im Beſitze ſeines Amtes ließ und ihm nur die Bedingung machte, daß er, wenn er die Treue gegen das Reich breche, ebendadurch das Recht auf den ferneren Beſitz ſeiner Burg und Stadt Weitra nebſt den dazu gehörigen Gütern verlieren ſolle.*) Gleichwohl fiel der wankelmüthige Mann, durch ſeine Gemahlin aufgereizt, abermals von dem römiſchen Könige ab und betrieb die Rüſtungen gegen denſelben mit ſo wenig Heimlichkeit, daß ihn ſogar ſein Schwiegervater zu größerer Vorſicht ermahnen mußte.*) Sobald Rudolf Verdacht ſchöpfte, daß der Marſchall und deſſen gleichnamiger Vater Böſes gegen ihn im Schilde führten, forderte er ſie auf, ihm Weitra als Unterpfand für ihre Treue zu übergeben und als ſie dieſer Auffor⸗ derung nicht genügten, ³) ließ Rudolf durch richterliches Erkenntniß den Marſchall ſeiner Würde entſetzen²) und die Achtserklärung über ihn ausſprechen. Der Verurtheilte ergriff die Flucht und bald nachher folgte ihm ſein Vater, der ſeine Geſinnungen theilte; die Beſitzungen des Geächteten wurden durch Richterſpruch dem römiſchen Könige zuerkannt.*)
Mit gleicher Strenge verfuhr Rudolf gegen Paltram, einen ſehr angeſehenen Bürger der Stadt Wien, welche vorzugsweiſe auf dieſes Mannes Betrieb dem römiſchen Könige bei deſſen erſtem Feldzuge ſich mehrere Wochen hindurch widerſetzt hatte. Später unterwarf ſich Paltram dem neuen Oberherrn, brach aber dann zugleich mit ſeinem Bruder Marquard und ſeinen ſechs
1) Chron. Colm. I. c. ne quis alicui civium qualibet occasione vel superbe vel contumaciter respon- deret; posset enim hoc omnibus nobis evenire in rerum et corporum detrimentum.
2) Urkunde vom 20. Juni 1278, Böhmer Reg. S. 93, bei Lambacher Oeſterreich. Interregnum 146—158
3) Cod. Zwetl. fol. 68, a ap. Ludewig Reliquiæ Mss. dipl. ac Monum. IV, 66: si ipse aliquatenus mutaretur et ad Regem Bohemie, relicto Romanorum Rege, reverteretur.
4) Datumloſer Brief bei Dolliner Cod. Epist. 90: Omnia suis sunt facienda temporibus— nihil est quod magis exigat suo geri tempore quam discrimen ambiguum sævi Martis— quare non sis festinus, sed horæ terminum debitum ad bellum te præmuniens præstoleris. Mit Recht bemerkt Kopp S. 249 Anm. 1 gegen die Darſtellung dieſer Verhältniſſe bei Palacky:„Hier ſpricht ruhige Berechnung, nicht verzweifelter Entſchluß.“
5) Ludewig Reliq. I. e.
6) Rudolf übergab das Panier dieſer Würde kurz vor der Schlacht auf dem Marchfelde dem Stephan von Meiſſau. Hist. fundat. S. Bernardi ap. Pez II, 299:
Der Chunig jm denn Adler sant,
Ze kauz und jn damit benant,
Daz er schold sein ze Oesterreich
Dez Landes Marschalch ewichleich. 7) Urk. Rudolf's Wien, 12. März 1279, Böhmer Reg. Nr. 479.


