Eigies Leben des h. Sturmius. Überſetzung und Anmerkungen. Zweite Abtheilung.
Die nachfolgenden Blätter bilden die zweite und letzte Abtheilung der von mir im Jahre 1856 als Programm zur tauſendjährigen Hrabanusfeier unter dem Titel„Bemerkungen zu Eigil's Nachrichten über die Gründung und Urgeſchichte des Kloſters Fulda“ herausgegebenen Abhandlung. Das Intereſſe, welches der Gegenſtand derſelben bei den Freunden der vaterländiſchen Geſchichte zu erwecken geeignet iſt, hat dieſer Abhandlung nicht blos in Fulda und deſſen näherer Umgebung, ſondern auch in weiteren Kreiſen eine große Anzahl aufmerkſamer Leſer verſchafft und von vielen Seiten iſt der Wunſch gegen mich ausge⸗ ſprochen worden, daß ich auch den weiteren Inhalt des ſchönen biographiſchen Denkmales, welches wir dem h. Eigil verdanken, in gleicher Weiſe in die Mutterſprache übertragen und mit Erläuterungen verſehen mochte. Dieſem Wunſche habe ich durch gegenwärtige Arbeit nach beſtem Vermögen zu entſprechen geſucht und es liegt nunmehr die Hauptquelle der älteſten Geſchichte Fulda's, das von Eigil verfaßte Leben des h. Stur⸗ mius, in deutſcher Bearbeitung vollſtändig vor, mit Anmerkungen verſehen, bei welchen ich mir die Aufgabe geſtellt habe, nicht nur die gedachte Biographie ſelbſt, wo es erforderlich oder wünſchenswerth ſchien, zu erläutern, ſondern auch alle bei der älteren Geſchichte des Kloſters Fulda in Frage kommenden Puncte mit Benutzung der Quellenſchriften und Urkunden ſowie der beſten neueren Hilfsmittel zu beleuchten. Der Überſetzung liegt der Text der Monumenta Germaniæ Ilistorica zum Grunde und ich habe ihr der Vollſtändigkeit wegen auch den an die Jungfrau Engeltrud gerichteten Prolog vorangehen laſſen, welchen ich bei jener früheren Abhandlung zu übertragen keine Veranlaſſung hatte. Es würde mir zu großer Freude gereichen, wenn dieſer Arbeit das Glück zu Theil werden ſollte, eine ebenſo freundliche Aufnahme wie die erwähnte frühere Abhandlung zu finden.
Belehrende und berichtigende Bemerkungen über die in beiden Abhandlungen behandelten Gegenſtände werden mir immer willkommen ſein. In dieſer Beziehung habe ich mit gebührendem Danke einer mir von dem Herrn Steuer⸗Rectificator Budnitz hieſelbſt gemachten gütigen Mittheilung zu erwähnen, nach welcher in dem Steuerbuche der Gemeinde Altenhof vom Jahre 1740 die auf der ſüdweſtlichen Seite des Kalva⸗ rienberges bei Fulda gelegenen Bergländereien unter der Bezeichnung„auf dem Eichhölzchen“ ſich einge⸗ tragen finden; wonach alſo unzweifelhaft feſtſteht, daß der Kalvarienberg in älterer Zeit die in den„Bemer⸗ kungen zu Eigil's Nachrichten u. ſ. w.“ S. 25 beſprochene Benennung wirklich gehabt hat. Schließlich ge— ſtatte ich mir noch, darauf aufmerkſam zu machen, daß in den erwähnten Bemerkungen S. 31 Z. 18 v. u. und S. 33 Z. 14 v. o. aus Verſehen anſtatt des Namens„Cornelius“ der Name„Candidus“ gedruckt worden iſt, was ich zu berichtigen bitte.


