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das Stammkloſter des Benedictinerordens, Monte Caſſino bei Neapel, ohne Zweifel vorzugsweiſe das Reiſeziel des h. Sturmius geweſen ſein. In der von den Mönchen ſpäter gegen den Abt Natgar eingereichten Be⸗ ſchwerdeſchrift(supplex libellus§. 10 bei Schannat Cod. Prob. p. 85) wird dieſes auch ausdrücklich ange⸗ geben:„quia primus Abbas noster Sturmius in Monasterio S. Benedicti per annum conversans, huc postea rediens, secundum electionem S. Bonifacii, habitum eorum et victum diiudicantis nobis istam constituit, cuius rei plures adhuc testes supersunt.“ 2
25. Der Güterbeſitz des Kloſters Fulda, deſſen Urbar jene erſte Schenkung Karlmann's bildete, war anfangs dürftig und die von Bonifacius in ſeinem Briefe an den Abt Fulrad von St. Denys gerichteten Klagen(Ep. 90, bei Würdtwein S. 261:„panem ad manducandum acquirere possunt, sed vestimenta ibi invenire non possunt“) dürften ſich wol vorzugsweiſe auf die Mönche des Kloſters Fulda beziehen, welchen Bonifacius ſelbſt(misertus illorum paupertati, wie Eigil ſagt) einige Meierhöfe ſchenkte. Seitdem aber der h. Bonifacius dort, wie er es beſtimmt hatte, ſeine Grabſtätte gefunden, erfolgten reiche Vergabungen von Fürſten und Privaten und aus den in vielen Schenkungsurkunden ſich wiederholenden Worten:„ubi s. Boni- facius sacro requiescit in corpore“ erkennt man, daß gerade das Grab des Apoſtels der Deutſchen es war, welchem das Kloſter Fulda die zahlreichen und bedeutenden Schenkungen verdankte. Dasſelbe gelangte ſchon unter ſeinem erſten Abte Sturmius, der auch der Begründer der Kloſterſchule war, wenn dieſe auch dem h. Hrabanus Maurus ihren weltgeſchichtlichen Ruhm verdankt, zu großer Blüte und die Zahl der Mönche wird, mit Ausſchluß der vielen Novizen und dienenden Perſonen, auf 400 angegeben(Luidger Vit. Gregor. Ultraject.§. 18. Mabillon Act. S. B. III, 2, p. 326). Die Zahl der Schenkungsurkunden bis zum Tode des h. Sturmius(779) beträgt 63. König Pippin ſchenkte 760 das bedeutende Gut Thininga(Deiningen in Baiern) im Gaue Rezi(im bairiſchen Nordgau, Rieß) am Fluſſe Agira(Eger), und 766 die Villa Otmun⸗ tesſtat(Umbſtadt) im Maingau(öſtlich von Darmſtadt), Karl d. Gr. aber verlieh 775 an Fulda das Kloſter Holzkirchen im Gaue Waldſaſſen und 777, zur Belohnung der von Sturmius in den Sachſenkriegen geleiſteten Dienſte, Hammelburg im Saalgau(Dronke Cod. Dipl. Nr. 21 p. 14, Nr. 28 p. 18, Nr. 51 p. 33, Nr. 57 p. 36). Die Beſitzungen des Kloſters Fulda finden ſich allmählich in faſt allen deutſchen Gauen, von Grau⸗ bündten bis an die Ufer der Nordſee, von der Elbe bis an die Maas und an den Fuß der Vogeſen und es gelangte zu einem Reichthume, wie ihn kein anderes Kloſter aufzuweiſen hat(S. Dronke, Vorrede zu Trad. et Antiq. Fuld. S. XIV).
Herr Archivar Dr. Landau in Caſſel hat die Güte gehabt, mir über die einheitliche Verwaltung des Gaues Grabfeld folgende urkundliche Nachweiſungen mitzutheilen, welche ich, da ich ſie in vorſtehende Abhandlung nicht mehr aufnehmen kann, hier nachträglich folgen laſſe.
1) 887 findet ſich Graf Heinrich zu Munricheſtat— Münnerſtadt—(Dronke Cod. Dipl. nr. 625 p. 284), 888 ſeine Soͤhne aber zu Taftaha— Taft—(Dronke nr. 629 p. 287).
2) Graf Poppo findet ſich 922 zu Soresdorf— Soisdorf—(Dronke nr. 670 p. 311), Thietboldeshuſon — Dieboldshauſen—(ebendaſ. nr. 672 p. 312), 944 zu Gersfeld(Dronke nr. 686 p. 320), 941 zu Nordheim(Mon. Boica XXVIII p. 178).


