Aufsatz 
Bemerkungen zu Eigil's Nachrichten über die Gründung und Urgeschichte des Klosters Fulda
Entstehung
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und Sommer 743 fallen und daß er in demſelben Jahre, noch vor Anbruch des Winters, ſeine Einſiedelei bei Hersfeld verließ und zur Beſitznahme des aufgefundenen Ortes im Eihloh abreiſte.

Indem Eigil die Abreiſe des h. Sturmius und ſeiner Gefährten nach dem Eihloh meldet, fügt er die gelegentliche Notiz bei:non iam tunc ex quo in eremo habitare cocperat anno ab Hersfelt regressus est. Dieſe Lesart des Bamberger Codex iſt in dem Heilbronner Codex von der Hand eines Correctors in:nono iam tunc ex quo etc. abgeändert und hienach hat auch Pertz nono, was er für die richtige Lesart hält, aufgenommen(II, 370 und not. b.), wie es ſchon von Pagi a. a. 744 n. 10 geſchehen war. Die Lesart non iam tunc etc. iſt nach meiner Ueberzeugung die allein richtige und nach ihr iſt die Stelle von mir überſetzt worden. Schoon der gelehrte und ſcharfſinnige Eckhard, der faſt überall, wo ihn nicht ſein Parteieifer für Würzburgiſche Intereſſen verblendete, das Wahre erkannt hat, erklärt die Stelle richtig, indem er(Fr. Or. I, 460) bemerkt:Editio Suriana Coloniensis anni 1617 legit: non iam tunc etc., quæ lectio omnino recipienda est, hoc scilicet intellectu, Sturmium uno anno necdum evoluto Hersfeldensem locum deseruisse atque ad Fuldensem se contulisse. Schon Lambert von Hersfeld(gewöhnlich von Aſchaffenburg genannt) muß an der Stelle bei Eigil die Lesart nono iam tunc etc. vor ſich gehabt haben, da er die Gründung von Hersfeld in das Jahr 736 verlegt(Pertz III, 34), zu welcher Zahl er ohne Zweifel dadurch gelangte, daß er von der Jahreszahl 744, welche Cigil für die Gründung von Fulda angibt, die acht Jahre abzog, welche nach jener Lesart Sturmius in der Einſiedelei bei Hersfeld zugebracht haben würde, Die Zeitangabe Lambert's über die Gründung von Hersfeld iſt auch in die Ann. Quedlinb. und die Ann. Weissemb. ſowie in ſehr viele ſpätere Schriftſteller übergegangen. Auch Mabillon hat ſich durch ſie täuſchen laſſen, indem er zu der Stelle bei Eigil bemerkt:Legendum videtur nono: diu siquidem Hersfeldensem solitudinem incoluere socii Sturmii, dum iste res superius memoratas executus est. Certe ab anno 736, quo a Lamberto initia Hersfeldensis Coenobii locantur, ad ann. 744, quo Fuldense Monasterium constructum est, novenorum fere annorum numerus intercedit. Leider hat auch Pertz(II, 367) für die Gründung von Hersfeld das J. 736 angenommen. Schon der verdienſtvolle Wenck(II, 291 ff. u. Anm. x u. y) hat aus⸗ führlich erörtert, daß Lambert, der übrigens, da er dem elften Jahrh. angehört(er ſtarb 1077), für Be⸗ gebenheiten des achten Jahrh. unmöglich als Quelle gelten kann, ſich im Irrthume befinde, daß Sturm ſeine Einſiedelei zu Hersfeld nicht im J. 736, ſondern 743 angelegt und ſich hier kein volles Jahr, nicht aber bis in's neunte Jahr aufgehalten habe. Auch mehrere neuere Schriftſteller z. B. Ferd. Wachter (Erſch u. Gruber's Encykl. Sect. 1, Th. 32, S. 196), der nur irrthümlich von der Gründung des Kloſters Hersfeld im J. 743 ſpricht, Zimmermann(de rerum Fuld. primord. p S not. 5), Seiters(Bonifacius, S. 459), Reinerding(der h. Bonif. Anhang S. 294 und 295) und Rettberg(I, S. 603, Anm. 54) haben ſich nicht durch Lambert täuſchen laſſen und richtig erkannt, daß die von ihm gegebene Jahreszahl 736 nothwendig falſch ſein müſſe. Sehr auffallend iſt, daß der zuletzt genannte Gelehrte, mit deſſen Kirchengeſchichte Deutſch⸗ lands an Gründlichkeit der Forſchung und Schärfe der Kritik nur wenige Geſchichtswerke der Neuzeit ſich vergleichen laſſen, zwar auch Lambert's Angabe verwirft, aber gleichwol die Lesart nono iam tunc etc., weil ſie durch den Heilbronner Codex geſchützt ſei und auch der Anonym. bei Mabillon ſie ſchon früh gefunden habe, für die richtige Lesart hält und nun zu der wahrhaft ſeltſamen Annahme gelangt,daß ſich Eigil mit den neun Jahren geirrt habe. Wie kann eine Lesart für hinreichend geſchützt gelten, wenn ſie in einer im dreizehnten Jahrhunderte von einem Compllator verfertigten Abſchrift eines Werkes des achten Jahrhunderts vorkommt und wie kann hieraus der Schluß gezogen werden, daß dieſe Lesart von dem Verfaſſer der Schrift ſelbſt herrühren müſſe? Und wie iſt es denkbar, daß Eigil, der der Zeitgenoſſe