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die Häupter der Empörung ergreifen und verfuhr gegen dieselben nach der ganzen Strenge der ge- setzlichen Bestimmüngen; viele erlitten den Tod; an einer noch gröfseren Anzahl wurden— dies — 4* 12₰,. 33 2:„12 versichert Wenigstens ein Sehriftsteller— die grausamsten Strafen vollzogen.¹) Tiefe Ruhe schien in den aehsischen Ganen zu Rerrschen und Ludwig ahnte nicht, dass bald mit erneuerter Wuth die Flamme der Empörung in dem unglücklichen Lande wieder eniporschlägen würde. Ob die durch Ludwig's nachsichts- lose Strenge erzeugte Erbitterung die spätere Ernenerung des Aufstandes veranlasst und oh der Rönig weiser gehandelt haben würde, wenn er alle begangenen Frevel verziehen und schonende Milde der Gewalt vorgezogen Hitte, darüber dürfte man, da wir überhaupt zu wenig genaue und ausführliche Nachrichten über die Natur und den Charakter des Aufstandes der Stellinga haben, wol schwerlich mit Entschiedenheit urtheilen können. In keinem Falle darf man auf Ludwig den Deutschen den Vorwurf der Grausamheit wälzen, wenn er 2u 80 lartem Verfahren seine Zustimmung ertheilte; ²) er that es gewiſs mit schwerem Herzen, aber er mockite sich überzeugt haben, dass er den Lauf der Gesetze niellt hemmen därfe, mochte wol auch nicht im Stande sein, den fränkischen Grofsen enigegenzuhandeln, welche ohne Zweifel die Anwendung der kufsersten Strenge gegen die Aufrüh- rer dringend verlangteu, damit durch das gefährliche Beispiel nicht auch die fränkischen Rnechte zum Aulstande gegen ihre Herrn getrieben würden. In der Folge erwarb sich Ludwig um das Voll der Sachsen ein grofses Verdienst; denn er war es, der den Grafen Ludolf aus Wittelinds Geschlechte zum Herzoße erhob und eben dadurch die wichtige und ehrenvolle Stellung begründete, Welehe jenes kräftige Volk'später unter den: dentschen Stämmen einnehmen konnte.*) ee dir Rarl hatte inzwischen einen neuen Feldaug nach Aquitanien unternommen, um endlich Pip- pin's Unterwerfang herbeizuführen; allein da dieser sich fortwährend verborgen hielt und ihm nir- gends entgegentrat, so verfloss sein Aufenthalt in Aqyuitanien ohne irgend eine bedeutendere Bege- beuheit, 4) aufser dass Graf Egfried von Tonlouse einige von Pippins Anhängern, welche gegen ihn 1) Ruod. Fuld. 1.c. Quibus gestis, Hludopicus inde. reversus, mense Augusto in villam, quae vocatur Salz, habito generali conventu, in Saxoniam pergens, validissimam conspirationem libertorum legitimos Jonano opprimere conantium, auctoribus factionis capitali sententia dampnatis, fortiter compescuit.— Ann. Xant. l. c. Et servos Saxonum superbe elatos nobiliter, afflixit et ad propriam naturam restituit. Dass die Benennungen liberti bei Ruod. Puld. und servi in den Ann. NXant. mit liti(lazzt oder lassi) gleichbedeutend sind, ist schon von Schaumann 8.183 Anm. 6 richtig bemerkt worden.— Die ausführlichsten Nachrichten üher Ludwig's Verfahren gegen die Sachsen hat Prud. Trec. 1. G. Hludowicus, peragrata omni Saxonia, cunctos sibi eatenns obsistentes vi atque terrore ſta perdomuit, ut comprehensis omnibus auctoribus tantae umpietatis, dui'et Christianam fidem pene reliquerant, et sibi suisque fidelibus tantopere obstiterant, 140 capitis amputatione plecteret, 14 patibulo penderet, innumeros membrorum praecisione debiles redderet, nullumque sibi ullatenus refragantem relinqueret. 3 2) Die Worte Nithard's 1. c. Lodhuwicus etenim in Saxonia seditiosos, quie se, uti praefatum est Stellinga nominaxerant, nohiliter, legali tamen caede compescuit übersetzt Luden§. 441 Ludywig brachte die Em- pörer, die sich Stellinga nannten, edelingisch, jedoch durch Hesetzlichen Mord, wieder zur Ruhe;“ und S. 686 Anm. 28 meint er, Nithard, der, die Edhelingi latéeinisch nobiles Menne, habe an jener Stelle den Aus- druck nopiliter nicht ohne Absicht gewählt, Es gehört in der Thar eine roſse Mefangenneit dazu, zu glauben, dass Nithard Pei dem Worte nobiliter an die Edhelingi gedacht habe und'e ist fast unbegreiflich, wie Luden auf eind so unnatürliche Auslegung verfallen konnte. Oftenbax ist der Sinn der Stelle, wie sich ührigens auch aus Nithard's Sprachgebrauche nachweisen lielse, kein anderer als folgender: Ludwig dämpfte den Aufstand auf eine für ihn ehrenvolle Weise, freilich mcht ohne gesetzliches Blutvergiefsen. Auch die Ann. Xant. 1. c. haben den Ausdtruck nobiliter. 21 3 3„r idiz ilt eIht IeIun us kaT 1 ) Ludolfs' Vater Egbert behauptete zur Zeit Karl's d. G. eine wichtige Stellung unter den Sachsen; seine Mutter Ida stammte aus dem karolingischen Geschlechte. Liutgarda, Ludolf's Tochter, wurde König Ludwig's des Jüngeren Gemalin, mithin Ludwig's des Deutschen Schwiegertochter. Ludolf's Sohn Bruno fölgte dem Vater in der Herzogswürde. Vgl. Widubindi res gestae Saxon. I, 16 Pertz V, 425 sowie die Stammtafel des sächsischen Königshauses aus dem cod. Steynvéelt. 6 Pertz V, 215. EId 352 Ais,— 1 1 1T bur 4) Nith. I. c. Karolus yero in Aquitaniam Pippinum fugavit; quo latitante, nihil aliud nôtahile efficere valuit,
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