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an Bedingungen knüpften, von welchen sie bestimmt wussten, dass Lathar, der durch Verträge und Eidschwüre nicht gebunden werden konnte, sie verletzen würde. So retteten sie durch den Ver. gleich ihren König aus der augenblicklieben Gefabr, durch die Bedingungen aber, welche sie hin. zufügten, bewahrten sie sich Freiheit des Handelas und entbanden sich und ihren Rönig von der, Verpflichtung, das, was sie besclavoren, zu befolgen. 1
Und in der That dachte auch Lothar so wenig daran, den durch dn Vertrag übernommenen Verpflichtungen nachzukommen, dass er vielmehr in seinen bisherigen Bemühnungen, die Vasallen für sich zu gewinnen, eifrig fortfuhr, selbst diejenigen Läuder, welche dem Vertrage gemäls Rarl'n als vorläuſiges Besitzthum angewiesen vvorden varen, gegen ihren König auf jede Weise aufzu- wiegeln strebte uud endlich während des Winters alle Vorbereitungen traf, um mit dem Beginne des Frühjahres sein früler unterhrochenes Krjegsugternehnnen gegen Ludwig den Deutschen fort-
zusetzen.
Drittes Larbiten.
Lolhar's Theer nevnaahen gJegen Lucdlaig den Heweschen. Erhisehof 0 0 von Maens und Graf
Adhelbert von Melz. Rheinibergang Lolhar's. Lucluvig's Fluecht nach Eaiern. Lothar in Aachen.
NKarl's Unter nehmunhen seit dom Vertrage zu Orleans. Seine Zusammenbunft mit Herzog Bernhard
von Seplimanien in Neuers. Bernhard's Flacht zu Dourges. Rarls Fersähnung mit Bernhard.
Versammlung der Vasallen in Mans. Rarl's Veherhang ber die Seine. Karl in Troyes. Fer- Eaeeu gen zwischen Karl und Lothar. Rarl in Atlignh. Gesandlte Ludivig's des Deutschen. Farl's Vereiuisung mit Suslh e zud Chafons.
Während Lothar mit der Unterwerfung der westlichen Länder beselantgt war, hatte Ludwig der Deutsche mit Anstrengung aller seiner Rräfte dahin gearbeitet, die deutschen Völker zu ge- winnen und zu einem festen, einträchtigen Ilandeln zu begeistern. Seine Bestrebungen Krönte auch ein glücklicher Erfolg, und Ostfranken, Alemannen, Sachsen und Thüringer leisteten ihm den Hal- digungseid.¹) Aber gleichwvol hatte er in den deutschen Landen noch viele und hedentende Geguer, welche sich nicht bestimmen lassen wollten, seine Sache zu der ihrigen zu machen. Seine Bestrebun- gen mussten, la sie im Widerspruch mit den letzten Mestimmungen! Raiser Ludwig's standen, Vielen als unrechtmäfsig erscheinen und wenn auch Lothar's Ansprüche sich weit von dem Boden des Rechtes entfernten, so mochten jene Männer doch, Welleicht in der Erinnerung an die glänzenden Zeiten des grofsen Rarl, die Erhaltung der Einheit der Mouarchie durch das Raiserthum w ünschen, weil ihnen von der Zersplitterung des grolsen Staatskörpers die Ohnmacht der Theile desselben un- zertrennlich schien; Manche selbst, die es mit der Nationalität der deutschen Völker redlich mein- ten, mochten der Ansicht sein, dass dieselbe anch ohne eine politische Trennung von dem Gesammt- reiche erhalten und ausgebildet werden könne; sie mochten bei dem bDevorstehenden Rampfe wol
1) Ruod. Pnld. Ann. 840 Pertz I, 362: Hludowicus vero orientales Francos, Alamannos, Saxones et Thurin- gios sibi fidelitatis iure confirmat. 1


