Aufsatz 
Der Bruderkrieg der Söhne Ludwig's des Frommen und der Vertrag zu Verdun / nach den Quellen dargestellt von Karl Schwartz
Entstehung
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Schöpfungen Rarl's des Grofsen wieder zu zerstören und das von ihm aufgefülete gewaltige Staats- gebäude in seinen Grundfesten zu erschüttern. Wie an den unsterblichen Namen des grofsen Rarl der Glanz und die Herrlichkeit des Frankenreiches geknüpft ist; so begann der Verfall desselben schon mit der Regierung seines unglücklichen Sohnes, eines Fürsten, welchen die Geschichte, bei so vielen Tugenden, die er als Mensch besafs, bei so vielen schönen Eigenschaften, die sein Privat- leben zierten, bei so viel Herzensgüte und Menschenliebe, selbst bei manchen unverkennbaren Vor- zügen des Geistes, dennoch nicht freisprechen kann von dem Vorwurſe, durch Mangel an Willeus- kraft und eine Reihe grofser politischer Fehler, ein Plühendes, in sich selbst starkes und mächtiges wie nach aufsen gefürchtetes Reich in seinen innern Verhältnissen verwirrt und zerrüttet und um einen grofsen Theil seines Ansehens bei den auswärtigen Völkern gebracht zu haben. Hatte Lud- wig auch in Aquitanien eiue sehr grofse und erfolgreiche Thätigkeit, sowol im Rriege als im Frie- den, entwichelt;) hatte auch die kluge Verwaltung dieses Rönigreiches sie mochte Freilich z2um Theil Wol das Verdenst der witligen Nlänner sein, die Rarl ihm als Rathpeber an die Sehte ge- Geben dem jangen Rönige die Zufriedenheit und den Beitall seines grofsen Vaters erworben) und hatte er dadarch auch bewjesen, dass er die zur Beherrschtng eifes Kleinen Reiches erforder- lichen Fähigkeiten und Renntnisse besafs, so zeigte sich doch, als er die Zügel jener Riesenmonar- chie ergriff, welche nur durch einen Geist, wie der des grofsen Rarl, geschaffen und erhalten wer- den konnte, nur 2u bald, dass es ihm nameßtlich an der Gabe, Verhältnisse und Personen zu dureh- Chanen und richtig Leurtheilen, dass es ihm an der nölhiten Ceistesgegenwärt, Umsicht und Charuällterstärle gebrach, um eine 86 schwibrige Stelfläng würdig zu beliaupten. ¹) Die Vasallen des Reiches, Welche Rarl dareh die Aclitung vör seiner Persönlichkeit, zum Tlieil aneh dureh die Furcht Vor seiner Strenté im Zaumie gehaltem hatte, erhoben, sobald sie die Schwäehe seines Nack- folgers erhannt hatfen, irotzt Ihr Haäupt; Bälil lastete ihr Uebermuth gelkvér auf der Massen der Gemeinfreten, dem Rerme der Nätfon, untl Beschränkte überall des Röniges Austhen und Gewalt; berrschsüchtige Diéner und Günstlinge, deben Ludivit uttr allzu viele Mucht üßer sich einräbmte,)

nadla ul- e l 2 e. nant! tan missbrauchten seine Gotmifthigkeit und' Nachsitht Zür Ausfälttung ihrer, cgoistisehen Pläne und ch nitlolanol edosidouel aab laaloidoe esb 40 liedgildoi 77 n9elör oh 0uub 3 oil) Davon redet ausführlich die Vita Hhrdowiti Iinp. Eup. 138sd. Dei Pertz Mon. Germ. Hist. tom. II pag. 612 sd. 12891 2) Vita Hlud. Tmp cap. 7, fin, bei Pertz tom. II pag. 6ö11...

) Müller in seinem verdienstvollen Werke! Die deéntschen Stämme und ihre Plstenl u. 8. w. Th. III.

82180 le tet das Unglück der Regierung Laudwig's auch daher, dass er ein Romane geworden sei, Ich finde diese Behauptung durch die Geschichte nieht bestätigt. Duxch seine Erziehung konnte der Sohn Karl's des Grolsen gewiss kein Romane werden und auch seii ufsthalt in Aquitanien konnte ihn der deutschen Eigenthümlichkeit night entfremdenz denn viele Deutsche hatten sich in diesem Lande niedergelassen und die Umgebung des Königs bestand grölstentheils aus Franken, erprobten Dienern seines Vaters, welche ihn mit ihrem Rathe unterstützten. Auch plieb ja Ludwig nicht fortwährend in Aquitanien, sondern sein Aufenthalt daselbst wurde durch viele Rei- sen zurseinem Vater unterbrochen. Ueberhaupt ist es eine ganz falsche Vorstellung, sich Ludwig. den Frommen als einen Peind deéutscher Volksthümlichkeit zu denken. Er verachtete den heicdnischen deutschen Volksgesang, aber nur weil ihm derselbeider Verbreitung des Christenthums duxch Nährung heidnischer Vorstellungen hinder- lich zu sein schien; dagegen hegünstigte und förderte er vaterländische Poesie, sofern dieselbe den Zwecken des GCliristenthtims diente. Es'ist bekannt, dals wir seiner Aufmuintering wahrscheinlich die altsächsische Evangelien- harmonig verdanken. Eriwar den deutschen Völkern so wenig, entfremdet, daſs er in seinen späteren Bedräng- nissen gerade bei diesen weit mehr Schutz und Hilfe fand als bei den romanischen. Lüudwig der Fromme blieb, wie allé séine Vorfahren und' sein gleiohnamiger Sohn ein Deutscher bis zum Ende, seiner Tage und als er im Togeskampfe lag, war das Jetzte Wort, mit welchem gx aus dem Leben schied, ein deutsches.(Vita Hlud. Imp. Sai e PNe IIS64819 3kdi t unh dee Beaſeninset hesnnſs but a Zi

0en 4) THegeinus Vita Hlnd, Dnp. cäp. 20, bei Pertz II P. 595 ¼ Praeter Auod. consiliariis suis magis cyedidit quam opus esset. f. 1