Aufsatz 
Der Unterricht in der französischen Grammatik nach Dr. G. Ploetz, Elementarbuch E
Entstehung
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Der Unterricht in der französischen Grammatik nach Dr. 6. Ploetz, Elementarbuch E.

Nach den Lehrplänen und Lehraufgaben für die höheren Schulen in Preussen von 1901 sind für das grammatische Pensum in den beiden unteren Gymnasialklassen folgende Anforderungen gestellt:

1. für IV: Einprägung der regelmässigen Konjugation und von avoir und etre, Ge- schlechtswort und Hauptwort, Eigenschaftswort nebst Steigerungsformen und Bildung des Umstandsworts. Erlernung der Fürwörter und der Zahlwörter.

2. für UIII: Fortgesetzte Einübung der regelmässigen Konjugation, besonders des Konjunktivs und der fragenden und verneinenden Form mit Fürwörtern, überhaupt Befestigung und Erweiterung der Lehraufgabe der IV.

Diesen Anforderungen sucht Plötz in seinem Elementarbuch E gerecht zu werden, indem er vom Leichteren zum Schwereren, vom Unentbehrlichen zum vorläufig minder Not- wendigen stufenweise fortschreitet und dabei nicht nur die Laut- und Formenlehre behandelt, sondern auch die syntaktischen Gesetze, die mit der letzteren eng verbunden sind und deren Kenntnis selbst auf dieser Stufe nicht entbehrt werden kann.

Das Elementarbuch zerfällt in vier Teile: der erste enthält einzelne französische Sätze, Dialoge und zusammenhängende Stücke zur Veranschaulichung des grammatischen Stoffs, die in jeder Hinsicht musterhaft ausgearbeitet sind, der zweite das Wichtigste aus der Elementar- grammatik, der dritte Uebungsstücke zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Französische nebst Sprechübungen, der vierte die zugehörigen Wörterverzeichnisse.

Wir wollen uns im folgenden mit dem zweiten Teil beschäftigen, und zwar zunächst mit der

Formenlehre.

Wir beginnen mit der Lehre vom

A) Artikel und Substantivum. Die Formen des bestimmten Artikels sind in L. 1, die des unbestimmten in L. 5 an- gegeben, nachdem die weibliche Form ane bereits in L. 1 gelernt ist. Der sogenannte Teilungs- artikel gehört in das Gebiet der Syntax und wird dort besprochen werden.

I. Das Geschlecht der Substantiva.

Bekanntlich macht das Geschlecht der französischen Substantiva dem Schüler stets grosse Schwierigkeiten. Darum ist es von grösster Wichtigkeit, ihm das Erkennen und Be halten desselben nach Möglichkeit zu erleichtern und von vornherein zu verhindern, dass er das Genus nur mechanisch mitlernt. Ploetz gibt dafür im Elementarbuch keine Regeln, und auch Münch ¹) spricht die Ansicht aus, dass dieses lexikalisch-gedächtnissmässig zu lernen sei. Eine Unterstützung des Gedächtnisses, das ja gerade bei diesem Kapitel sehr in Betracht kommt, dürfte jedoch, wie überall, so auch hier wünschenswert sein. Während für lateinlose Schulen die Regel am praktischsten ist und sogar, vom natürlichen Geschlecht abgesehen, fast allein hier Richtschnur sein kann, dass Substantiva, die auf eine betonte Silbe ausgehen, männlich, die auf e ausgehenden in der Regel weiblich sind, stellen wir für Gymnasiasten die andere voran, ²) dass lateinische Maskulina und Feminina im Französischen ihr Geschlecht be- halten und die Neutra gewöhnlich Maskulina werden. Auf das, was sich nicht aus dieser Regel erklären lässt, trifft meist die zuerst genannte zu, so dass die Fälle, auf die der Schüler

1) Didaktik und Methodik des französischen Unterrichts, S. 31. 2) Anknüpfung an die andern von den Schülern gelernten Sprachen ist nirgends zu versäumen(Lehr- pläne S. 43, Z. 15 u.).