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sehr froh. Glaube mir, ich schlage mich auch sehr wacker herum jeden Tag, denn ich bin ganz wütend und nie so deutsch patriotisch gewesen als gerade jetzt. Man braucht's aber auch in diesem Moment am meisten. Gott weiss, wie es noch enden wird! Alle Tage marschieren Regimenter hier durch—, alles sieht sehr kriegerisch aus. Wilhelm ist nun schon bald vier Wochen weg und sitzt mit der Leib- Escadron in Rippach zwischen Lützen und Weissenfels. Er ist der zweite Kommandant der Garde du Corps; der erste ist jener Winzingerode, der in Homburg war, um den Tod des Königs zu annoncieren, ein alter, abgelebter Mann. Ich wünsche, er wäre weggeblieben, denn machen wird er doch wenig, und für Wilhelm wäre es doch besser, allein zu kommandieren“.
Noch einen Lichtblick reinen Glücks brachte das Jahr 1806 der Prinzessin Marianne, ehe die Nacht häuslichen Leids, verbunden mit dem Jammer um Preussens Vernichtung, unheilvoll über sie hereinbrach. Am 17. Juni besuchte sie mit ihrem kleinen Töchterchen die Eltern in Homburg und im Juli hatte sie die unbeschreibliche Freude, ihrem Gemahl alle Lieblingsplätze der trauten Heimat zeigen zu können. Am 31. Juli verliess die Prinzessin mit Prinz Wilhelm und mit ihrem Bruder Leopold, der in preussische Dienste treten sollte, voll Dankbarkeit für die herrlichen mit den Eltern verlebten Wochen, Homburg und traf am 5. August in Berlin ein.
Inzwischen waren verhängnissvolle Dinge zur Reife ge- diehen. Sechzehn deutsche Fürsten hatten sich durch die Rheinbundsakte vom deutschen Reiche losgesagt, als Vasallen sich Napoleon untergeordnet und 150,000 deutsche Soldaten unter den Befehl des Korsen gestellt. Sie wurden von ihrem Protektor mit Land und Leuten und Rangerhöhung belohnt. Friedrich V. von Homburg dagegen musste für seine deutsche Gesinnung und für die Tapferkeit seiner Söhne im österreich- ischen Heere schwer büssen. Er wurde mediatisiert, die Hoheitsrechte über Homburg erhielt der Landgraf Ludwig X.,


