Bericht über die Grundſteinlegung des neuen Gymnaſial-Gebändes.
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Die erſten Verhandlungen über den Bau eines neuen Gymnaſial⸗Gebäudes reichen in das Jahr 1869 zurück. Die feſtliche Begehung des fünfzigſten Jahrestages der Eröffnung des hie⸗ ſigen Gymnaſiums am 31. October 1867(ſ. Progr. 1868 S. 47) mochte die Ueberzeugung von der dringenden Nothwendigkeit eines Neubaus wiederum beſonders nahe gelegt haben. Mit Ver⸗ handlungen über die Art einer Erweiterung der bisherigen Räume in dem ehemaligen Kloſter⸗ und Univerſitäts⸗Gebäude gingen die erſten Jahre hin. Sie ergaben das Reſultat, daß die Unzweck⸗ mäßigkeit einer weiteren Benutzung der vorhandenen Localitäten und die Nothwendigkeit eines voll⸗ ſtändigen Neubaus allſeitig anerkannt und nunmehr zur Feſtſtellung des Bauplatzes und zur Auf⸗ ſtellung der Koſtenanſchläge ſowohl für den Abbruch der alten Baulichkeiten, als für die Errichtung des neuen Gebäudes geſchritten wurde.
Die Wahl des Bauplatzes war nicht ſchwierig; es wurde dazu der dem Fiskus gehörige Theil des unmittelbar vor der Front des alten Univerſitäts⸗Gebäudes gelegenen Collegien⸗Platzes beſtimmt. Da aber die jenen Platz an der Süd⸗Seite abgrenzende ehemalige Univerſitäts⸗Reitbahn einen guten Theil des Neubaus maskirt haben würde, ſo wurde die Beſeitigung dieſes Gebäudes zu einer Vorbedingung für die Aufführung des Neubaus gemacht. Die Königliche Staatsregierung ſprach die zuverſichtliche Hoffnung aus,„daß die Stadt Rinteln, welcher der Staat mit der Auf⸗ führung eines ſtattlichen Gymnaſialgebäudes ein ſo anſehnliches Geſchenk mache, es als eine Ehren⸗ ſache betrachten werde, aus eignen Mitteln jenes abzubrechende Gebäude zu erwerben und zu be⸗ ſeitigen.“(Reſcr. des K. Prov. Schul⸗Collegiums v. 30 Mai 1871). Dieſer Erwartung wurde von Seiten der ſtädtiſchen Behörden bereitwilligſt entſprochen und für den Fall der Errichtung eines neuen Gymnaſial⸗Gebäudes durch den Staat die Erwerbung und Fortſchaffung des ehemaligen
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